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Beratung in der Weiterbildung als institutionelle Interaktion

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Tim Stanik

Die Studie bezieht Institutionen als pädagogische Organisationsformen und Beratungen als interaktive Prozesse systematisch aufeinander. Mit dem Ziel, die latenten Einflüsse der institutionellen Anbieter und die ihrer Träger auf Beratungen in der Weiterbildung zu rekonstruieren, werden Beratungen einer Volkshochschule und einer kommunalen Weiterbildungsberatungsstelle interaktionsanalytisch und ethnografisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Weiterbildungsberatungen nicht nur eine inner- und außerinstitutionelle Lotsenfunktion übernehmen und von institutionellen Interessen geleitet werden, sondern auch maßgeblich vom institutionellen (Nicht-)Wissen und den Routinen der Beratenden abhängig sind.

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D Datenauswertung

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113 10 Analysen der institutionellen Selbstdarstellungen der Beratungsangebote Die Beratungsanbieter sind konstitutive Bedingung dafür, dass Ratsuchende und Beratende überhaupt zusammenkommen. Dafür müssen von den Institutionen nicht nur Beratende bestellt und Beratungsräume bereitgehalten werden, sondern poten- zielle Ratsuchende müssen auch über das Vorhandensein der Möglichkeit informiert werden, sich vor der Aufnahme einer Weiterbildungsmaßnahme beraten zu lassen. Dass die fakultativen Beratungsangebote der Weiterbildung insbesondere in Kon- kurrenz zur Informationsbeschaffung im Internet stehen, zeigt die letzte Erhebung zum Weiterbildungsverhalten in Deutschland aus dem Jahr 2012: Es haben sich nur 8 % der Bevölkerung persönlich beraten lassen, wohingegen 72 % das Internet genutzt haben, um Informationen über Weiterbildung zu erhalten (vgl. Kuwan/ Seidel 2013a, S. 238). In diesem Kapitel, mit dem die Darstellung der empirischen Untersuchung be- ginnt, werden die institutionellen Selbstdarstellungen der Beratungsangebote der untersuchten Einrichtungen mit Hilfe der dokumentarischen Methode analysiert, um u. a. herauszuarbeiten, wie die Institutionen für ihre Beratungen werben und welche Konstruktionen der Ratsuchenden vorgenommen werden. Es werden zu- nächst die Darstellung des Sprachkursberatungsangebots im gedruckten Kurspro- gramm der VHS und im Anschluss daran der Flyer der WBS analysiert, um diese Selbstdarstellungen anhand von induktiv entwickelten Kategorien miteinander zu vergleichen. Dabei können erste Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Beratungsangebote ermittelt werden, die im Verlauf der empirischen Untersuchung dazu genutzt werden, um die Ergebnisse der Interaktionsanalysen mit den Angaben der Selbstdarstellungen zu kontrastieren. 10.1 Analyse der Ankündigung des Sprachkursberatungsangebots im gedruckten Kursprogramm der Volkshochschule Im gedruckten Kursprogramm...

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