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Die Organ- und Vertreterhaftung im deutschen Strafrecht

Eine Untersuchung zur Konzeption der Rechtsfigur und deren Folgen in der praktischen Rechtsanwendung

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Frédéric Schneider

Das Buch behandelt die Organ- und Vertreterhaftung im deutschen Strafrecht. In Zeiten zunehmender Arbeitsteilung, komplexer juristischer Gesellschaftsgebilde und ansteigender Anzahl an Sonderdelikten muss im (Wirtschafts-)Strafrecht immer häufiger auf diese Rechtsfigur zurückgegriffen werden. Trotz dieser steigenden Bedeutung sind viele grundlegende Fragen hier bisher offen geblieben. Anhand einer verfassungsrechtlich begründeten Kategorisierung der Sonderdelikte untersucht der Autor die Konzeption, die der Organ- und Vertreterhaftung zu Grunde liegt. Das Ergebnis wendet er auf offene Fragen und Streitstände an, die sich in der praktischen Anwendung der Rechtsfigur ergeben und formuliert davon ausgehend rechtspolitische Änderungsvorschläge.

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2. Abschnitt – Konzeption der Organ- und Vertreterhaftftung

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31 2. Abschnitt – Konzeption der Organ- und Vertreter haft ung Nachdem nunmehr eine einführende Auseinandersetzung mit der Organ- und Ver- treterhaftung vorgenommen wurde, wird in diesem Abschnitt ihre dogmatische und systematische Konzeption beleuchtet. Darauf aufbauend können sodann sowohl die Funktionsweise der Rechtsfigur als auch ihr Anwendungsbereich bestimmt werden. Anschließend lassen sich die Erkenntnisse in einem weiteren Abschnitt auf aktuelle Streitfragen rund um die Organ- und Vertreterhaftung anwenden. 1. Teil – Bisherige Ansätze Bevor das eigene Verständnis der Rechtsfigur dargestellt werden kann, müssen zunächst die bisherigen Ansätze zur Interpretation der Organ- und Vertreterhaf- tung untersucht werden. Denn, auch wenn die Rechtsfigur in den letzten Jahren nicht im Fokus strafrechtlicher Diskussionen stand, ist in den vergangenen Jahren von verschiedenen Autoren der Versuch unternommen worden, eine systematische Konzeption der deutschen Organ- und Vertreterhaftung auszuarbeiten.173 Insbesondere kann der These, aus verschiedenen Herleitungen der Rechtsfigur ergäben sich keine praktischen Unterschiede, nicht zugestimmt werden. Zum einen führen die verschiedenen Ansätze jedenfalls hinsichtlich des sachlichen Anwen- dungsbereichs sehr wohl zu divergierenden Ergebnissen, zum anderen darf eine in letzter Konsequenz strafausweitende Regelung nicht unbegründet und konzepti- onslos hingenommen werden.174 A. Tatsächliche Betrachtungsweise Erste Versuche, Strafbarkeitslücken zu schließen, die entstehen, wenn ein Straftatbe- stand nur einen eingeschränkten Personenkreis anspricht, wurden zunächst mittels Auslegung des jeweiligen Delikts unternommen. I. Faktische Betrachtungsweise Noch vor Verankerung der Organ- und Vertreterhaftung im Gesetz hat sich die Rechtsprechung unter Berufung auf Stimmen aus der Wissenschaft teilweise damit 173...

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