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Der Blinde sucht das Licht: Die Auswahl des Sachverständigen durch den Richter im Strafverfahren

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Christina Hund

Die Autorin untersucht die Problematik der fehlenden fachspezifischen Sachkunde des Richters im Rahmen der Sachverständigenauswahl im Strafprozess. Mangelndes Fachwissen der Richterschaft und fehlende gesetzliche Bestimmungen lassen die Praxis der Gutachterauswahl willkürlich wirken und führen dazu, dass immer wieder ungeeignete Sachverständige zum Verfahren hinzugezogen werden. Der Band zeigt verschiedenartige Lösungsansätze für die dargestellten Schwierigkeiten auf und nimmt hierbei besonders auf den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen Bezug.

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Kapitel 1 – Die Auswahl des Sachverständigen

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In diesem Abschnitt geht es zum einen um die Notwendigkeit eines Sachverstän- digen. Zum anderen wird auf die Eigenschaften eingegangen, die ein geeigneter Sachverständiger in sich vereinen muss und ob ein durchschnittlicher Richter ohne weiteres in der Lage ist, diese zu erkennen bzw. zu beurteilen. I. Die Sachkunde des Richters Bevor auf die Notwendigkeit der Hinzuziehung eines Sachverständigen im Pro- zess und die einzelnen Anforderungen, die dieser erfüllen sollte eingegangen wird, folgen zunächst Ausführungen zur Sachkunde des Richters. Der Leser soll einen Überblick über die Kenntnisse und Fähigkeiten erhalten, die der ange- hende Richter im Rahmen seiner Ausbildung erwirbt, bevor er seinen Platz im Gerichtssaal einnimmt. Gemäß §  5 Abs.  1 DRiG erwirbt die Befähigung zum Richteramt, wer ein rechtswissenschaftliches Studium an einer Universität mit der ersten Prüfung und einen anschließenden Vorbereitungsdienst mit der zweiten Staatsprüfung abschließt. Inhalte der universitären Ausbildung und des Vorbereitungsdienstes regeln die §§ 5a, 5b, 5c DRiG. Die Inhalte des Studiums sind ausschließlich rechtlicher Natur. Ein „Blick über den Tellerrand“ erfolgt nicht. Die gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung weist keinen Bezug zu anderen Disziplinen oder Arbeitsweisen anderer Wissenschaften auf. Dies setzt sich auch im Vorbereitungsdienst in ähnlicher Gestalt fort. Zumin- dest interdisziplinäre Aspekte finden sich hier jedoch. Diese fließen aber zwangs- läufig mit in die Ausbildung ein und liegen in der „Natur der Praxis“ begründet und sind keinesfalls intendiert. Gemäß § 5b Abs. 2 Nr. 1 DRiG gehört ein ordentli- ches...

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