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Ad-hoc-Publizität von Zwischenschritten

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Tobias Kallmaier

Dieses Buch behandelt die Ad-hoc-Publizität von Zwischenschritten. Der Autor gibt Emittenten Anhaltspunkte, ab wann sie mit einer Veröffentlichungspflicht rechnen müssen. Emittenten wird ferner ein Weg aufgezeigt, wie sie mit der Veröffentlichungspflicht im Fall schützenswerter Interessen umgehen können. Das Buch zeigt auf, dass auch künftige Ereignisse konkrete veröffentlichungspflichtige Tatsachen sein können. Dazu ist eine überwiegende Eintrittswahrscheinlichkeit erforderlich. Für die Kursrelevanz bedarf es hingegen keiner überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Es ist lediglich eine abgesenkte Mindestwahrscheinlichkeit notwendig. Die gefundenen Ergebnisse werden anhand mehrerer praxisrelevanter Beispiele angewandt.

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Teil 1: Theoretische Grundlagen

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29 B. Rechtssystematische Stellung und Entwicklung der Ad-hoc-Publizitätspflicht I. Gesetzgeberische Entwicklung der Ad-hoc-Publizitätspflicht Das Kapitalmarktrecht ist ein Rechtsgebiet, das einem stetigen Wandel unterliegt. Gerade in jüngerer Zeit nimmt die Entwicklung des Kapitalmarktrechts eine erhöhte Dynamik auf, insbesondere durch erforderliche Anpassungen an technische Entwick- lungen und Veränderungen der Finanzmärkte, aber auch politische Veränderungen1. Der Teilbereich der Ad-hoc-Publizitätspflicht hingegen kann bereits auf eine jahrzehn- telange Geschichte und Entwicklung zurückblicken, in der sich die Grundprinzipien verfestigt haben. Der nachfolgende Überblick über die Gesetzgebung zeigt, dass die Entwicklung maßgeblich durch eine europäische Rechtsvereinheitlichung vorange- trieben und darauf aufbauend in nationales Recht inkorporiert wurde. 1. Vorarbeiten zu ersten Kodifizierungen der Ad-hoc-Publizität a) Vorarbeiten auf europäischer Ebene Eingeläutet wurden die Überlegungen zur Kodifizierung des europäischen Kapital- marktrechts durch einen Bericht einer Gruppe Sachverständiger unter dem Vorsitz von Claudio Segré2. Die Untersuchung dieser Expertenkommission, besser bekannt als „Segré-Bericht“, wurde von der Kommission der EWG in Auftrag gegeben und 1966 veröffentlicht. Das Sachverständigengremium sollte die Ziele eines europäi- schen Kapitalmarkts definieren, die Strukturunterschiede zwischen den einzelnen Kapitalmärkten analysieren und die Auswirkungen der Schaffung eines europäi- schen Kapitalmarkts untersuchen3. Die Sachverständigengruppe erhielt zudem den Auftrag, Empfehlungen auszusprechen, auf deren Basis die Gemeinschaftsorgane konkrete Maßnahmen vorschlagen können4. Um die Publizität an den Kapitalmärkten zu verbessern regte die Sachverständi- gengruppe an, die „ständige“ Publizität durch die Erstellung von Zwischenberichten 1...

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