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Zur Verwertbarkeit von Selbstkommunikation im deutschen Strafprozess

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Susanne Renka

Die Autorin befasst sich eingehend mit der rechtlichen und psychologischen Bedeutung selbstkommunikativer Phänomene. Hierbei betrachtet sie insbesondere Selbstgespräche sowie Tagebücher und erörtert die Frage, ob selbstkommunikative Inhalte als Beweismittel im Strafprozess verwertet werden dürfen. Dieses Buch bereitet die juristische Literatur und höchstrichterliche Rechtsprechung zum Thema systematisch auf und schließt bestehende Lücken insbesondere durch die Erarbeitung der psychologischen Aspekte der Selbstkommunikation. Dabei leistet dieses Buch einen Beitrag zur Klärung rechtlicher Problematiken bei staatlichen Überwachungsmaßnahmen vor dem Hintergrund der immer weiter fortschreitenden Technologisierung und Digitalisierung unserer Gesellschaft.

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4. Teil Zusammenfassung und Ausblick

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229 4. Teil Zusammenfassung und Ausblick Am Ende dieser Arbeit sollen schließlich die gefundenen Ergebnisse kurz zu- sammengefasst sowie die Bedeutung der Unverwertbarkeit von Selbstgesprä- chen in der gerichtlichen Praxis erörtert werden. Zudem wird in einem Ausblick die weitere Entwicklung der Rechtsprechung hinsichtlich dieser Thematik prognostiziert. §1 Die praktische Bedeutung der Unverwertbarkeit Die eingehende Aufarbeitung der Problematik der Verwertbarkeit von Selbst- kommunikation im deutschen Strafprozess hat gezeigt, dass Selbstgespräche ei- nem umfassenden Verwertungsverbot unterliegen müssen. Dieses Verwertungsverbot ist – zumindest solange keine konkretere, ein- fachgesetzliche Vorschrift existiert1025 – aus dem Kernbereich der persönlichen Lebensführung, der Bestandteil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts gemäß Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG ist, herzuleiten. Wie gesehen1026 kommt eine Herleitung des Verwertungsverbots aus anderen Grundrechten oder sonstigen Vorschriften nicht in Betracht, da diese nicht geeignet sind, einen ebenso umfas- senden und weitgehend einheitlichen Schutz zu gewähren wie dasjenige, das aus einem Eingriff in die Intimsphäre des Einzelnen resultiert. Die Arbeit hat darüber hinaus verdeutlicht1027, dass und aus welchen Gründen das Selbstgespräch als eine der intimsten menschlichen Handlungen zu werten ist und daher dem Schutz des Kernbereichs der privaten Lebensgestaltung un- terfallen muss, um nicht einen Eingriff in den obersten Wert unserer Verfassung aus Art. 1 Abs. 1 GG, mithin die Garantie der Menschenwürde, hinzunehmen. Gegen dieses Ergebnis wird von zahlreichen Stimmen innerhalb der juristi- schen Literatur und auch von der nichtjuristischen Öffentlichkeit gerne ange- führt, dass es nicht...

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