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Forschungsethik in der Fremdsprachenforschung

Eine systemische Betrachtung

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Britta Viebrock

Auch in der Fremdsprachenforschung hat sich Forschungsethik zu einem wichtigen Thema entwickelt. Dabei geht es mit der Berücksichtigung einer systemischen Perspektive um weit mehr als die Beachtung von Regeln guter wissenschaftlicher Praxis. Wie sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Kontext ihrer Arbeit, aber auch darüber hinaus verhalten sollen, welche ethischen Implikationen methodologische Entscheidungen haben können, was die Auswirkungen einer zunehmenden Formalisierung forschungsethischer Fragen sind und weitere Aspekte werden in diesem Band systematisch und umfassend aufgearbeitet. Die Darstellung beinhaltet theoretische Grundlagen, praktische Anwendungsbezüge, eine Übersicht über formale Regelwerke sowie empirische Ergebnisse einer Befragung von Nachwuchsforschenden in der Disziplin und deren kritische Reflexion.

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6. Zusammenschau der Ergebnisse

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Die Ergebnisse der vorliegenden Befragung zeigen einige recht eindeutige Ent- wicklungslinien auf� Das Thema Forschungsethik ist im Bewusstsein der Befrag- ten präsent und wird überwiegend für (sehr) wichtig gehalten� Ein Blick auf die Erfahrungen der Einzelnen mit unterschiedlichen Vorgängen, Entscheidungen und Handlungsweisen mit forschungsethischer Relevanz zeigt allerdings auch, dass viele Projekte gerade an diesen Stellen noch entscheidend entwickelt werden müssen, so dass die Einschätzungen nicht immer auf der Basis eigener Erfah- rungen getroffen werden und bisweilen Ausdruck einer grundsätzlichen Bedeu- tungszunahme des Themas sein können� Ebenso sei daran erinnert, dass es sich bei den Zuordnungen um Selbsteinschätzungen handelt und die Möglichkeit be- steht, eigene, eigentlich fundierte Kenntnisse als eher bescheiden zu bezeichnen oder anders herum wenig entwickelte Kenntnisse höher einzuschätzen� In Übereinstimmung mit diesen grundlegenden Tendenzen liegt der Schwer- punkt der forschungsethischen Kenntnisse der Befragten im Bereich der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis� Als zentrale Bereiche lassen sich hier der Umgang mit Daten (Speicherung, langfristige Verwahrung, Zugang), die Gewährleistung von Anonymität sowie die Berücksichtigung des Kriteriums der informierten Ein- willigung ausmachen� Letztere wird beispielsweise in über 90% der Fälle verlangt� Die Befolgung von Regeln guter wissenschaftlicher Praxis lässt sich dem Ethos der epistemischen Rationalität (vgl� Kap� 2�1) zuordnen und kann als Merkmal einer gelungenen Sozialisation in die scientific community angesehen werden� Eine genauere Betrachtung der Angaben z�B� bezüglich der Datenspeicherung zeigt al- lerdings auch, dass nicht auf gesicherter Strukturen der Datenverwahrung...

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