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Forschungsethik in der Fremdsprachenforschung

Eine systemische Betrachtung

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Britta Viebrock

Auch in der Fremdsprachenforschung hat sich Forschungsethik zu einem wichtigen Thema entwickelt. Dabei geht es mit der Berücksichtigung einer systemischen Perspektive um weit mehr als die Beachtung von Regeln guter wissenschaftlicher Praxis. Wie sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Kontext ihrer Arbeit, aber auch darüber hinaus verhalten sollen, welche ethischen Implikationen methodologische Entscheidungen haben können, was die Auswirkungen einer zunehmenden Formalisierung forschungsethischer Fragen sind und weitere Aspekte werden in diesem Band systematisch und umfassend aufgearbeitet. Die Darstellung beinhaltet theoretische Grundlagen, praktische Anwendungsbezüge, eine Übersicht über formale Regelwerke sowie empirische Ergebnisse einer Befragung von Nachwuchsforschenden in der Disziplin und deren kritische Reflexion.

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7. Ausblick: Überlegungen zur Ausbildung und Vertiefung forschungsethischer Reflexionskompetenzen

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7.1 Bestimmung der Ausgangslage Dass Ethik in jeglicher Forschung mit menschlicher Beteiligung eine wichtige Angelegenheit ist, wurde hinreichend erläutert� Aus den bisherigen Darstellun- gen lassen sich Forderungen hinsichtlich der Ausbildung von Nachwuchsfor- scherinnen und -forschern ableiten� Diese sollte mindestens eine Komponente enthalten, die sich mit Aspekten der Forschungsethik insbesondere im Bereich der Fremdsprachen-, Unterrichts- und Lernprozessforschung befasst� Entschei- dend ist, dass die Reflexion über ethische Fragestellungen früh in der Forschungs- karriere einsetzen sollte� Roth (2004a: Absatz 8) schreibt dazu: „Dieses Vorgehen hilft möglicherweise, einige der Probleme zu vermeiden, die sich ergeben, wenn Forschende Handlungsweisen entwickeln, ohne zuvor die Möglichkeit gehabt zu haben, forschungsethische Fragen bewusst zu reflektieren und diese in ihre Untersuchungsplanung einzubeziehen�“ Nutzinger (2006b: 10) fordert gar eine grundlegende „ethische Sensibilisierung“ aller Absolventinnen und Absolven- ten wissenschaftlicher Studiengänge, „die später in ihrer beruflichen Praxis – als Lehrer, Rechtsanwälte, Ingenieure, Juristen usw� – in verantwortlichen Positionen ebenfalls wissenschaftliche Erkenntnisse praktisch anwenden, auch wenn dies dann meist nicht an der vordersten Front der Forschung geschieht�“ Nutzingers Position ließe sich dahingehend interpretieren, dass die Forschungsfolgeverant- wortung also nicht nur von dem einzelnen Wissenschaftler oder der einzelnen Wissenschaftlerin übernommen wird, der/die für die Produktion von Ergebnissen und Erkenntnissen verantwortlich ist, sondern von jedem Akademiker und jeder Akademikerin mitgetragen wird, der/die sie anwendet� Zur Wissenschaftsethik in seinem Sinne gehört damit insbesondere „die kritische Reflexion wissenschaftli- cher Erkenntnisse“ und zwar nicht bezüglich ihrer Herstellung, sondern „vor allem bei ihrer praktischen Umsetzung, und das nicht nur im...

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