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Die Quantenversion der Gestaltung

Zeitlose Gestaltung als Übertragung der Unschärferelation am Beispiel der Landschaftsarchitektur

Anita Biedermann

Die Autorin bietet einen Lehransatz für Landschaftsarchitektur. Sie untersucht das zeitlose Muster großer Meister der Gartenkunst und führt das Prinzip der Gestaltung auf quantentheoretische Anordnungen zurück. Diese führen zur Ersetzung der ästhetischen Gestaltungsprinzipien durch das Evolutionsprinzip des Ausgleichs und der Kooperation. Durch Kohärenzbetrachtungen insbesondere der Biologie der Erkenntnis, der bildenden Kunst, der Architektur und der Kreativitätsforschung wird jedes Detailwissen mit der Gesetzmäßigkeit komplexer nichtlinearer Prozesse verbunden. Inmitten des Wandels wird so die Kontinuität zurückgewonnen – ein Denkansatz, der durch seine größere Flexibilität, bemerkenswerte Reichweite und Prägnanz der Gestaltung einen Durchbruch schafft.

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Formen unterschiedlicher Wirklichkeiten

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Die Unschärferelation der sinnlichen Wahrnehmung Der wirklichkeitserzeugende Mechanismus Das Streben nach Einheit Zeitlose Gestaltung in der Tradition der Architektur Das Selbstverständnis der klassischen Moderne Die Einheit von Kunst und Wissenschaft Die Unschärferelation der sinnlichen Wahrnehmung In der kreativ-entwerferischen Praxis der Landschaftsarchitektur müssen völlig unabhängig von einem bestimmten Projekt die vielen Teilaspekte, die sich aus in- genieurwissenschaftlichem, pflanzenökologischem, ethischem, künstlerischem und sozialwissenschaftlichem Wissen ergeben, zusammenfließen. Die nähere Bestim- mung des „Zusammenfließens“ führt jedoch bei genauerer Betrachtung zu aller- größten Schwierigkeiten und Widersprüchen. Paradox daran ist, dass jeder zu wissen glaubt, was damit gemeint ist, obwohl sich dieser Vorgang dem Auge des Betrachters entzieht: Insbesondere ist das Verhältnis der Einzelteile zu einem Ganzen ungeklärt, dessen Ordnungsparameter bestimmt, ob das Kennenlernen der Einzelteile die Grundlage der Erfassung einer Gesamtwirkung ist oder umgekehrt die Einzelteile vom Ordnungsparameter des Ganzen abgeleitet werden, sodass die Gesetze der ein- zelnen Interventionsschritten den Gesetzen der Gesamtwirkung entsprechen. Gestaltung als lebendiger Prozess setzt ganzheitliches Erfassen und damit ein ganzheitliches Modell voraus, das uns sagt, nach welchem Verhältnis der Einzeltei- le zu einem Ganzen wir eine Gestaltung organisieren sollen. Das Wissen über die genannten Teilaspekte wird in der Quantenversion als reines Fachwissen vorausge- setzt. Dieses lässt jedoch keinerlei Aussage zu, wie wir die einzelnen Elemente aus- wählen und platzieren sollen. Daher stellt der Vorgang des „Zusammenfließens“ in Wirklichkeit zunächst ein „unbestimmbares“ Problem, eine Unbestimmtheits- relation dar. Heisenberg bezeichnet sie...

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