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Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

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Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.

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7 Teilrationalität und die Relevanz privater Kosten

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Gambling is a little mysterious from a rational-choice perspective. Richard Posner Rationalität ist eine Grundannahme der klassischen Ökonomik und vereinfacht die Analyse vieler Probleme. Ein Akteur verhält sich rational, wenn er nach seinem bes- ten Interesse agiert und konsistent seinen erwarteten Nutzen maximiert [Blume & Easley, 2008]. Das impliziert, dass er aus jeder Handlung einen positiven erwarteten Nettonutzen zieht (gegeben, dass der Reservationsnutzen Null beträgt). Das Kon- zept der Rationalität kann zum einen normativ angewendet werden mit der Frage, wie sich ein Akteur in einer bestimmten Situation verhalten sollte (zum Beispiel in der Spieltheorie), und zum anderen deskriptiv, um das tatsächliche Verhalten von Akteuren zu erklären und/oder vorherzusagen [Sen, 1991, Sen, 2008]. Rationalität impliziert die Internalisierungshypothese, welche besagt, dass alle privaten Kosten in der Nutzenfunktion des Akteurs Berücksichtigung finden und damit internalisiert werden. Übersteigen die privaten Kosten den privaten Nutzen (und der Reservationsnutzen beträgt Null), so ist das nutzenmaximierende Verhal- ten, die Handlung nicht durchzuführen. Ist die Internalisierungshypothese gültig, so ist schädliches Verhalten nur bei Vorliegen externer Kosten möglich, die nicht bei dem handelnden Akteur anfallen und daher nicht in seiner Nutzenfunktion be- rücksichtigt werden (vgl. Abschnitt 5.1). Ist die Internalisierungshypothese hingegen ungültig und Individuen handeln nicht vollständig rational, so kann schädliches Verhalten auch im Rahmen von nicht berücksichtigten privaten Kosten bestehen. Irrationale und teilrationale Individuen waren lange Zeit ein Randgebiet in der Ökonomik und galten als Ausnahme. Mit dem Aufstreben der ökonomischen...

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