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Kohärenz und indirekte Anaphorik

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Zsófia Haase

Ausgehend von einer Sprecherbefragung mit deutschem Sprachmaterial untersucht die Autorin die Verwendung von indirekten pronominalen Anaphern im Deutschen. Die Ergebnisse der empirischen Arbeit bestätigen die zentrale Hypothese der Abhandlung: Den Muttersprachlern erscheint die Verwendung von indirekten pronominalen Anaphern im Deutschen als akzeptabel, wenn der implizite Referent nuklearer Bestandteil der gegebenen Diskursrepräsentation ist. Die Autorin kann somit auf der Grundlage von Grammatikalitätsurteilen zeigen, dass indirekte pronominale Anaphern akzeptierte Kohärenzmittel sind.

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5. Indirekte pronominale Anaphern im Deutschen: Eine Sprecherbefragung

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5.1 Vorbemerkungen Basierend auf den Annahmen und Ergebnissen von Cornish et al. (2005), wird beabsichtigt, die Verwendbarkeit von indirekten pronominalen Anaphern im Deutschen zu untersuchen. Dabei wurde folgende Auffassung zugrunde gelegt: Da im zweiten Experiment die Ergebnisse des ersten reproduziert werden konn- ten, kann behauptet werden, dass Referenten-Zentralität in der Tat konzeptuel- ler und nicht rein sprachlicher Natur ist. Daraus folgt, dass die Ergebnisse der Forschergruppe replizierbar sein sollten, wenn die Untersuchung in einer ande- ren Sprache durchgeführt wird. Ausgehend von der Annahme, dass Referenten- Zentralität auch für das Deutsche gilt, wurde versucht, folgende Hypothese zu überprüfen: Ein Pronomen, das sich nicht in Subjektstelle befindet, kann einen impliziten Refe- renten erfolgreich ( felicitously) wieder aufnehmen, ohne dass dabei die Grammati- kalitätsurteile von Muttersprachlern negativ ausfallen würden – das aber nur unter der Bedingung, dass der implizite Referent nuklear und nicht peripher ist.234 Etwas spezifischer: Wenn der Referent nuklear ist, wird kein signifikanter Unterschied in den Gramma- tikalitätsurteilen von Muttersprachlern unter expliziten und impliziten Bedingungen erwartet. Aber wenn der Referent peripher ist, dann sollten die Grammatikalitätsurteile unter expliziten Bedingungen positiver sein als unter impliziten. Genauso sollten die Grammatikalitätsurteile im Fall von nuklearen Referenten unter impliziten Bedingungen positiver sein als bei peripheren, während unter expliziten Be- dingungen kein Unterschied erwartet wird, was die Grammatikalitätsurteile betrifft.235 234 Es soll hier auf die relevante Stelle in Kapitel 4.2. hingewiesen werden, wo indirekte pronominale Anaphern von antezedenslosen Pronomina abgegrenzt werden, die situativ erklärbar sind....

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