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Kohärenz und indirekte Anaphorik

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Zsófia Haase

Ausgehend von einer Sprecherbefragung mit deutschem Sprachmaterial untersucht die Autorin die Verwendung von indirekten pronominalen Anaphern im Deutschen. Die Ergebnisse der empirischen Arbeit bestätigen die zentrale Hypothese der Abhandlung: Den Muttersprachlern erscheint die Verwendung von indirekten pronominalen Anaphern im Deutschen als akzeptabel, wenn der implizite Referent nuklearer Bestandteil der gegebenen Diskursrepräsentation ist. Die Autorin kann somit auf der Grundlage von Grammatikalitätsurteilen zeigen, dass indirekte pronominale Anaphern akzeptierte Kohärenzmittel sind.

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6. Schluss und Ausblick

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Schluss Meine theoretischen Untersuchungen haben ergeben, dass die Unbeantwortet- heit der GF, unter welchen Bedingungen Pronomina als indirekte Anaphern ver- wendet werden können, mit zwei Gründen zu erklären ist: Zum einen, dass die sog. anaphorischen Inseln (Postal 1969), die die Verwendung von pronominalen indirekten Anaphern blockieren (sollen), in der Forschung immer neu interpre- tiert worden sind (siehe Postal (1969); Ward et al. (1991) und Schwarz (2000)). Zum anderen, dass Diskrepanzen zwischen verschiedenen empirischen Befun- den feststellbar sind (Erkü & Gundel (1987) und Sanford et al. (1983) (aufbau- end auf Sanford & Garrod (1981)); Yule (1979, 1982) und Cornish et al. (2005)). Vor allem die Arbeit von Cornish et al. (2005) hat erheblich zur Klärung der oben genannten GF beigetragen. Wie bereits in empirischen Untersuchungen gezeigt wurde, ist die Erschei- nung von Pronomina als indirekte Anapher nicht als unmöglich oder als stark markiert, sondern – bei entsprechenden Bedingungen – als akzeptabel und im normalen Gespräch als vielfach verwendet anzusehen. Wie man sah, hat die Ar- beit von Cornish et al. (2005) einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung der GF geleistet. Die Erkenntnis, die durch die Arbeit von Cornish et al. (2005) ge- wonnen werden konnte, soll hier noch einmal erscheinen: Bei der Interpretation indirekter pronominaler Anaphern spielt grundsätzlich die Interaktion von zwei Faktoren, Explizität und Zentralität (ein semantisch/pragmatischer Faktor) eine Rolle. Die Wiederaufnahme eines impliziten Referenten durch ein (Nicht-Subjekt-) Pronomen ist nur in dem Fall erfolgreich, wenn der Referent dieses Pronomens in der gegebenen Diskursrepräsentation eine...

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