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Persönlichkeitsschutz von Kindern und Jugendlichen

Eine Untersuchung zum zivilrechtlichen Schutz von Minderjährigen in der modernen Medienlandschaft

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Henrike Ehrhorn

Der Persönlichkeitsschutz junger Menschen hat im gegenwärtigen Medienumfeld neue Aktualität erlangt. Im Zentrum der Diskussionen steht die natürliche Schutzbedürftigkeit, durch die auch die geltende Grenzziehung zur kollidierenden Presse- und Äußerungsfreiheit berührt wird. Die Autorin entwickelt daran anknüpfend ein Konzept, wie die Spannungsfelder der Persönlichkeitsrechte von Kindern und Jugendlichen in einen möglichst schonenden Ausgleich mit widerstreitenden Interessen gebracht werden können. Die Untersuchung wird durch sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und die maßgeblichen Wertungsgrundlagen fundiert und rechtsvergleichend flankiert. Anhand einer Aufarbeitung der problematischen Rechtsfragen zur Einwilligung sowie zur Güter- und Interessenabwägung entfaltet die Verfasserin wesentliche Grundlinien für den Minderjährigenschutz gegenüber der Presse und im Internet.

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Kapitel 6: Ergebnisse in Thesenform

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§ 1 Der Stellenwert des Persönlichkeitsschutzes von Minderjährigen A. Zu den gewichtigsten Kernbeständen unserer Grundrechtsordnung zählt die Zielvorstellung, dass Kinder und Jugendliche zu eigenständigen und selbstverant- wortlichen Persönlichkeiten heranwachsen. Unsere Gesellschaft ist darauf angewie- sen, dass sich Personen im Erwachsenenalter selbst erhalten und entfalten können (S. 25). Ein bedeutender Baustein dafür ist, den Persönlichkeitsrechten des sich entwickelnden Individuums angemessen zur Geltung zu verhelfen. B. Privatheit ist für die Entfaltung und Entwicklung im Kindes- und Jugendal- ter ein hohes Gut. Das Verständnis und Erleben von Privatheit ist wesentlich durch die Erfahrungen geprägt, die Kinder und Jugendliche sammeln. Die subjektive Sicht auf das Schutzgut entwickelt sich mit ihnen mit (S. 44 f.). Zurückgezogenheit, Ge- heimbereiche und Autonomie werden auch bereits in jungen Jahren als persönliche Bedürfnisse wahrgenommen. Gerade bei der Nutzung von Angeboten im Internet, die ein besonderes Gefährdungspotential für Privatsphären- und Datenschutz entfal- ten, orientieren sich Kinder und Jugendliche an ihrem persönlichen Bedürfnis nach Privatheit und wägen diese gegen die Vorteile einer Informationspreisgabe ab. Ihr Handeln ist in vielen Fällen darauf ausgerichtet, ihre Privatheit zu schützen (S. 48 ff.). C. Privatheit ist zudem funktional von erheblichem Gewicht für den Verlauf einer normalen Persönlichkeitsentwicklung für Kinder und Jugendliche. Die Ent- wicklung des Selbst, also das Gefühl und Wissen von sich selbst als eigenständiger Person, findet als Mitglied der Gesellschaft in Auseinandersetzung mit der sozialen Umgebung...

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