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Kollektive Kartelldeliktsrechtsdurchsetzung in den USA, Frankreich und Deutschland

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Hanno Gorius

Der Autor untersucht Mechanismen und Effektivität der kollektiven Kartelldeliktsrechtsdurchsetzung in den USA, Frankreich und Deutschland. Neben aktuellen Entwicklungen in der Judikatur des US Supreme Court findet die Reform des Verbraucherschutzrechtes in der Französischen Republik sowie das Maßnahmenpaket der Europäischen Union zur Beförderung der privaten Kartellrechtsdurchsetzung besondere Berücksichtigung. Abschließend formuliert der Autor einen Vorschlag zur Neuregelung der §§ 33 und 34a des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen de lege ferenda.

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1. Kapitel: Die Genese der Class Action im US-amerikanischen Recht

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71. Kapitel: Die Genese der Class Action im US-amerikanischen Recht §1 Einleitung Die Sammelklage stellt nach wie vor die faszinierendste Komponente des ameri- kanischen Zivilprozessrechts dar, findet sie doch im kontinentalen Europa keine wirkliche Entsprechung. Das Faszinosum Class Action zeichnet sich hierbei jedoch nicht nur durch Schadensersatzsummen in „astronomischer“ Höhe aus, sondern ebnete ebenso den Weg für gesellschaftspolitische Grundsatzentscheidungen. In diesem Zusammenhang ist die Entscheidung Brown v. Board of Education of Topeka2 als „Sternstunde“3 der Sammelklage anzuführen, beseitigte sie doch unwiderruflich die bis dahin vorherrschende Rassentrennung an amerikanischen Schulen. Neben ihrer wichtigen Rolle im Prozess der Integration innerhalb der US-amerikanischen Gesellschaft und des Civil Rights Movements ist sie vor allem in Situationen struk- tureller Disparität zwischen Kläger und Beklagtem, durch die sich viele Prozesse zwischen Einzelpersonen und Großunternehmen auszeichnen, von Bedeutung, verspricht sie doch eine erhebliche Steigerung der Erfolgsaussichten mittels eines konzertierten Vorgehens einer Vielzahl von Individuen. Die Arbeit setzt sich zunächst mit den rechtsgeschichtlichen Ursprüngen der Class Action auseinander, um sich sodann einer Darstellung der aktuellen prozedu- ralen Voraussetzungen zu widmen. Hierbei wird insbesondere auf die verschiedenen Formen der Class Action eingegangen, welche in Art. 23 der Federal Rule of Civil Procedure kodifiziert sind und hier speziell auf jene, die sich für die Liquidierung der im Kartellrecht auftretenden Streuschäden am besten eignet. Neben der dezidierten Darstellung relevanter kartellrechtlicher Besonderheiten wird an dieser Stelle auch der Einfluss neuerlicher judikatorischer Entwicklungen, insbesondere im Hinblick auf das Urteil des U.S. Supreme...

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