Show Less

Die Organhaftung der Aktiengesellschaft bei fehlerhafter Rechtseinschätzung

Grundlage und Bewältigung von Legalitätspflichtverstößen im Kontext unternehmerischer Entscheidungen unter Unsicherheit

Series:

Weusthoff

Der Autor untersucht den Kontext und die Bewältigung von Rechtseinschätzungen in der täglichen Entscheidungspraxis von Vorständen. Er beschäftigt sich mit der rechtlichen Verortung von Verstößen sowie – auch unter vergleichenden Betrachtungen ins Strafrecht – mit den Möglichkeiten zur Haftungsvermeidung auf Grundlage der sogenannten ARAG-Garmenbeck-Rechtsprechung, der ISION-Rechtsprechung und der im Schrifttum vermehrt geforderten sogenannten Legal Judgment Rule.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

G. Fazit und Thesen

Extract

165 G. Fazit und Thesen Die Untersuchungen haben ergeben, dass es für die Entscheidungsträger im Span- nungsfeld zwischen der unternehmerischen Entscheidung in Unsicherheit einerseits und der komplexer werdenden Rechtslage andererseits immense Probleme gibt, sich vor Rechtsverstößen abzusichern. Die vorliegende Arbeit hat Wege zur Lösung und Handhabung der wichtigsten Problemfelder aufgezeigt und sie einer systematischen Zuordnung zugeführt. Von entscheidender Bedeutung für Vorstände wird es sein, für eine umfassende Informationslage durch die Schaffung entsprechender Strukturen zu sorgen. Denn die Rechtsordnung bestraft im Ergebnis nicht das Verursachen von Schäden oder das Begehen von Fehlern im Rahmen Leitungsentscheidung. Vielmehr ahndet sie die mangelnde Vorsorge und Voraussicht, mithin das fahrlässige Nichterkennen, Falsch- bewerten oder gar Übergehen von Risiken. Kann der Entscheidungsträger hingegen nachweisen, sich – gegebenenfalls unter der Hinzuziehung eines Experten – sorgsam um die Rechtsfindung bemüht zu haben, braucht er auch unsichere Rechts- lagen, sich unerwartet ändernde Rechtsprechung oder aber verhangene Bußgelder nicht zu fürchten. Im Folgenden sollen die wichtigsten im Rahmen dieser Arbeit gewonnen Erkenntnisse nochmals in Thesenform dargestellt werden. 1) Die wirtschaftliche Leitungsaufgabe eines Vorstands ist als das bewusste Einge- hen abgewogener Chancen und Risiken zu verstehen. Sie erfolgt wegen der stets enthaltenen Prognose in Unsicherheit und lässt sich nicht in den Kategorien richtig oder falsch bewerten, sondern lediglich als vertretbar oder nicht vertret- bar. Aus diesem Grunde verlagert die Business Judgment Rule die Überprüfung einer wirtschaftlichen Entscheidung unter Berücksichtigung einer Kosten-/ Nutzenabwägung auf deren Vorbereitung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.