Show Less

Der IX. Pädagogische Kongress am Ende der DDR

Heike Kaack

Der IX. Pädagogische Kongress am Ende der DDR zeigt exemplarisch die gewaltigen Anstrengungen, die die SED unternahm, um ihren Führungsanspruch zu sichern. Die Autorin untersucht, wie er die Hoffnungen vieler Bürger auf dringend notwendige Reformen des erstarrten und ideologisch überfrachteten Bildungssystems enttäuschte. Die fehlende Bereitschaft zu einem grundlegenden Kurswechsel beschleunigte nicht nur die Implosion der DDR, sie erschwerte auch die deutsch-deutschen Bildungsverhandlungen im Vorfeld der Wiedervereinigung erheblich. Dieses Buch zeigt, wie die knappe Zeitspanne bis zum 3. Oktober 1990, die unterschiedlichen Erwartungshaltungen sowie die Unerfahrenheit der DDR-Verhandlungsführer die einmalige Gelegenheit verstreichen ließen, den Vereinigungsprozess für eine gesamtdeutsche Bildungsreform zu nutzen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2. Margot Honecker – Genossin Minister und First Lady. Versuch eines Kurzporträts

Extract

15 2. Margot Honecker – Genossin Minister und First Lady. Versuch eines Kurzporträts Ruhestand in Chile 26 Jahre lang – von 1963 bis 1989 – war Margot Honecker als Ministerin für das Volksbildungswesen der DDR verantwortlich. Zielstrebig und – wie es schien – kompromisslos setzte sie die Leitlinien der Partei für die Erziehung der Jugend zu „allseitig gebildeten sozialistischen Persönlichkeiten“ um. Mit dem Aufstieg ihres Mannes zum 1. Sekretär des Zentralkomitees der SED im Jahre 197111 und fünf Jahre später auch zum Staatsratsvorsitzenden wurde sie zudem die First Lady der DDR. Beide Funktionen zusammen verliehen ihr eine Machtfülle, die sie bis zu ihrem Abgang von der politischen Bühne geschickt zu nutzen verstand. Knapp zwei Jahre nach dem Ende der DDR konnte Margot Honecker zu ihrer in Santiago de Chile lebenden Tochter Sonja ausreisen, wo sie seitdem – weit- gehend zurückgezogen – lebt.12 Für die deutschen Medien ist sie offenbar nach wie vor interessant. Klaus Huhn, ehemaliger Leiter der Sportredaktion des Neu- en Deutschland (ND) und langjähriger Freund Margot Honeckers, berichtet in seinem Buch über „die rote First Lady“13 von den zahlreichen, allerdings meist vergeblichen Versuchen, sie zu einem Interview zu bewegen. 11 Ab 1976 wieder: „Generalsekretär“ des Zentralkomitees der SED. 12 Bis zu seiner Ausreise nach Chile war das Ehepaar Honecker – von allen bisherigen Weggefährten und Freunden verlassen – einer wahren Odyssee ausgesetzt. Nach Kün- digung ihrer Wohnung in Wandlitz noch vor Ablauf des Jahres 1989 und vorüberge- hendem Aufenthalt in...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.