Show Less

Tätertypologien in der Wirtschaftskriminologie

Instrument sozialer Kontrolle

Series:

Julia Hugendubel

Die präventive Tätertypenbestimmung gilt als effektives Instrument, um Wirtschaftskriminalität zu unterbinden. Vernachlässigt wird dabei jedoch eine Reihe von Nebeneffekten, wie etwa eine ungerechtfertigte Vorverurteilung von Personen. Die Untersuchung konzentriert sich daher auf die Frage, ob Wirtschaftsstraftätertypologien als Instrument sozialer Kontrolle fungieren können. Mit der qualitativen Inhaltsanalyse erfasst die Autorin theoretische wie empirische Studien zur Bestimmung von Wirtschaftsstraftätertypen und zeigt auf, welche Bedeutung Compliance-Maßnahmen in diesem Zusammenhang für die Prävention von Wirtschaftskriminalität haben. Darauf basierend diskutiert sie die Aussagekraft einer Wirtschaftsstraftätertypenbestimmung und prüft diese auf unternehmenspolitische Risiken. Die abschließenden konkreten Handlungsempfehlungen geben wertvolle Impulse für die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität in der Unternehmenspraxis.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

F. Schlussbetrachtung

Extract

205 F. Schlussbetrachtung Ziel der Untersuchung war es, den tatsächlichen Nutzen einer wirtschaftskri­ minologischen Tätertypenbestimmung als Instrument sozialer Kontrolle zu analysieren sowie die damit verbundenen Risiken aufzuzeigen. Die zentrale Fra­ gestellung der Untersuchung hierzu lautete: Wie fungieren Wirtschaftsstraftä­ tertypologien als Instrument sozialer Kontrolle und welche Auswirkungen sind hiermit verbunden? Der Untersuchung wurde dabei ein konstruktivistisches Verständnis von Kriminalität zugrunde gelegt. Die Untersuchung hat gezeigt, dass neben der einleitend nach Schneider zi­ tierten sozialen Unauffälligkeit keine Unterscheidungsmerkmale bekannt sind, nach denen Wirtschaftsstraftäter zuverlässig von Nicht­Wirtschaftsstraftätern unterschieden werden können. Für die Untersuchung des Phänomens der wirtschaftskriminologischen Tätertypenbestimmung wurden auf diesem Feld erstellte Studien analysiert. Dazu wurden deutsch­ und englischsprachige Pu­ blikationen nach vorab festgelegten Kriterien ausgewählt, die in Datenbanken unter den Suchbegriffen „Wirtschaftskriminalität“, „Wirtschaftskriminologie“, „Wirtschaftsstraftäter“, „white­collar crime“, „white­collar criminal“, „Täter­ typus“ sowie „Tätertypologie“ gefunden wurden. Mit dem durch Sutherland geprägten Begriff des „white­collar crime“ ist der Typus des „white­collar criminal“ in die kriminalpolitische Debatte eingezogen. Da der white­collar criminal heute verbreitet im Zusammenhang mit der Be­ zeichnung von Wirtschaftsstraftätern verwendet wird, wurde zunächst unter­ sucht, ob dieser als eigener Tätertypus einzuordnen ist. Die Untersuchung ergab, dass der white­collar criminal von Sutherland nicht als Wirtschaftsstraftäter­ typus zu verstehen ist, sondern vielmehr als sozialisationstheoretischer Ansatz konzipiert ist, um einen Beleg für die Theorie der differenziellen Assoziation zu liefern. Daran anschließend wurden drei konzeptionelle...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.