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Sprache und Bild in der indischen Bildungstradition

Petra Vogler

Die Autorin problematisiert die in der Moderne aufgekommene Dichotomie zwischen Sprache und Bild. Sie öffnet den Blick auf zwei Aspekte der indischen Lehr- und Lernkultur, die in der Übermittlung von Bildung wirksam waren und sind: Das vedische Bildungswesen sowie dessen tradierte und durchaus aktuelle Korrelation mit den Tempelritualen und den darstellenden Tempelkünsten. Im Zentrum stehen die nähere Beziehung zwischen Sprachlichkeit und Bildlichkeit sowie die Sichtbarmachung der performativen Gestaltung von Bildung, wie sie heute noch erhalten sind.
«In ihrer Arbeit präsentiert Petra Vogler ein hoch filigranes Muster des Performativen, des Zusammenhangs von Sprache, Bild und Handeln, von Ritualen und ihren Formen des embodiment und erscheint damit höchst zeitgemäß und direkt anschlussfähig für aktuelle Diskurse in unterschiedlichen Wissensdisziplinen.»
Prof. Dr. Jürgen Henze (Humboldt-Universität zu Berlin).

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Schlussfolgerung und Ausblick

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Es gab zusammenfassend zwei Ziele, welche ich mit der vorliegenden Arbeit verfolgte: einerseits ging es mir darum einen konkreten Beitrag zu den meiner Meinung nach bislang unzureichend dokumentierten Formen nichtwestlicher Lerntraditionen im europäischen Raum zu leisten, andererseits darum einen Im- puls anzubieten, der zum interdisziplinären sowie interkulturellen Dialog auf- fordert. Hierfür erschienen mir die Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich seit 2006 im indischen (v. a. im südindischen) Kulturraum sammeln durfte, äußerst geeignet. Ich beschreibe im Grunde einen Weg, der sich vom anfänglichen Ge- fühl des Staunens und der Faszination über mir bislang unbekannte Formen der Bildung und Erziehung hin entwickelte zu einem Drang und Wunsch mein bis- heriges Verständnis von Bildungskultur und -tradition völlig neu zu überdenken. Es folgten Jahre der tiefen Begegnungen mit Menschen und Orten, Begegnungen, die ich im Rahmen der Arbeit erörterte, recherchierte und schriftlich wie bildlich dokumentierte. Durch die Begegnung und die darauf folgende intensive Beschäftigung mit diesen Bildungskulturformen wurde v. a. deutlich, welche signifikante Rolle die Bindung zwischen Lehrer und Schüler spielt. Die konstante wechselseitige Bezie- hungspflege galt/gilt in den beschriebenen Bildungssystemen als Basis der Lehre und des Lernens, insofern kann beispielsweise das Konzept des brahmacarya-Seins auch als Grundpfeiler vedischer Bildung bezeichnet werden (vgl. Gupta 1988: 7). Zudem variierten die Erziehungsmethoden gemäß der Fähigkeiten der Schüler, d. h. man förderte eine der Kapazität des Lernenden angepasste, differenziert angelegte und individualzentriert gestaltete, auf individueller Aufmerksamkeit und Lehre sowie auf Disziplin...

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