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Linksextreme Einstellungen und Feindbilder

Befragungen, Statistiken und Analysen

Series:

Monika Deutz-Schroeder and Klaus Schroeder

Die Autoren analysieren Strukturen und Entwicklungslinien des aktuellen Linksextremismus. Durch die Auswertung einer repräsentativen Umfrage und durch Befragungen von Jugendlichen zu linksextremen Einstellungen gelangen sie zu einer Charakterisierung von Linksextremisten und ihren zentralen Themenfeldern. Beispielhaft beleuchten sie Hassbotschaften sowie alte und neue linksextreme Feindbilder. Die Autoren halten fest, dass Linksextremisten zwar einen gewissen Einfluss innerhalb linker Milieus haben, von der Öffentlichkeit aber wenig Beachtung erfahren. Obwohl Linksextremisten den Rechtsstaat ignorieren und Pluralismus sowie parlamentarische Demokratie verachten, wird politisch links motivierte Gewalt weiterhin unterschätzt.

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Einleitung

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Die Veröffentlichung der Ergebnisse unserer repräsentativen Befragung zu linksradikalen/linksextremen Einstellungen im Februar 2015 hat ein star- kes mediales Echo ausgelöst. Unsere Presseerklärung,1 die die wesentlichen Ergebnisse zusammenfasste, diente dabei als Vorlage. Das zur gleichen Zeit erschienene Buch, in dem diese Ergebnisse ausführlich und differenziert eingeordnet werden, blieb dagegen anfangs weitgehend unbeachtet.2 Dies dürfte der wesentliche Grund dafür sein, dass die meisten Reaktionen auf unsere Forschungsergebnisse verzerrt oder verkürzt ausfielen. Reaktionen auf Forschungsergebnisse Viele Medien veröffentlichten ausgewählte spektakuläre Ergebnisse, ohne sie in den Kontext der von uns konstruierten Linksextremismusskala zu stellen. So entstand bei vielen Lesern und Rundfunkhörern der Eindruck, wenn sie einem Statement, zum Beispiel „Unsere parlamentarische Demokratie ist kei- ne echte Demokratie, da die wirtschaftlich Mächtigen alles bestimmen“, zu- stimmten, gelten sie schon als linksextrem. In den meisten Ausführungen und Kommentaren fehlten auch Hinweise auf die vierstufige Antwortmöglichkeit. Unsere Einschätzung, der aktuelle Linksextremismus sei keine Bedro- hung für die politische Stabilität der Bundesrepublik, aber viele Versatzstü- cke eines linksextremen Denkens seien in Teilen der Mehrheitsbevölkerung angekommen, ohne dass diese es immer als linksextrem assoziieren würde, ist weitgehend untergegangen. Wir haben versucht, dies in einigen Beiträ- gen und Interviews zu korrigieren.3 Die meisten Kommentare gaben richtig 1 Vgl. http://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2015/fup_15_044- studie-linksextremismus/ vom 23.02.2015. 2 Klaus Schroeder/Monika Deutz-Schroeder: Gegen Staat und Kapital  – für die Revolution! Linksextremismus in Deutschland – eine empirische Studie, Verlag Peter Lang, Frankfurt/Main,...

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