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Luthers Lehre

Doctrina Christiana zwischen Methodus Religionis und Gloria Dei- Teil 2: Ihr Aufbau und ihr Auftrag

Wichmann von Meding

Teil 2 dieser Vertiefung in Luthers Theologie entfaltet nun, was der erste aus den literarischen Gattungen seiner Schriften erarbeitet hatte. Es tritt den meisten bisherigen, sehr verschiedenen Gesamtkonzepten gegenüber. Christus, nicht die Schöpfung oder gar Ethik, ist das Fundament, zu dem der Katechismus führt. Seine tragend aktive Kraft lässt die Heil schaffende Trinität begreifen. Deren Tun löst jubelndes Gotteslob aus. Es aber stört die selbstzufriedene Welt. Gott regiert sie zwar, sie jedoch widersteht ihm raffiniert. Ein theologisch ungebräuchliches Wort bündelt diese Dramatik und sagt, was der Reformator vom Geschehen zwischen Gott und Mensch in der Welt lehrte. Solche aus dem Zuhören geborene Schlichtheit fiel nicht nur einst auf.
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24. Der Fürst dieser Welt

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Vom Lehrlingsunterricht über Lehre und Lob bis zur Lebensweisheit entfaltete Luther den „Kernsatz johanneischer Theologie“1, Christus sei Weg, Wahrheit, Leben (Joh 14,6). Denn „Weg heißt das, worin Gott uns leitet, das heißt lehrt, und wir gehen drin … Gottes Weg liegt vor, wenn wir so gehen, daß er lehrt und fuhrt“2. Umgekehrt „ist Satan Helfer unserer Weisheit, Natur, uns angeborener Religion“3. Statt zu leiten begleitet er nett, hilft, fördert menschliche Begeisterung. Bereits in der Legenda aurea fragte „der Fürst der Finsternis … ‚Glaubst du an mich, daß ich deinen Willen mag erfüllen?’“4

Mächtige vor der schönen Macht des Abgrunds Cranachs Bild zu Apc 17 im Septembertestament ← 377 | 378 →

Er lockt zu dem, was gefällt. „Der Ungläubige ist … wie auch sein Fürst Satan ganz auf sich und das Seine bezogen …, kümmert sich nicht um Gottes Handeln, sucht nur seine Macht, seine Ruhmestaten, seine Werke, seine Weisheit, sein Können und überhaupt sein Herrschen und will sie in Frieden genießen“5. Beide verwirklichen sich selbst. Täglich stecken Beweise im Briefkasten. Aber keine Gesamtdarstellung ging dieser Erfahrung nach. Keine brachte Weltkritik (nicht Weltverneinung) auf den Nenner, man finde die Schöpfung gut, weil sie von Anfang an angenehm vergewaltigt wird. Das überließ man einigen Spezial Studien. Also muß eine Skizze dieser antimittelalterlichen Sicht nun erst einmal Barrieren brechen. Denn positiv gestimmte Zeiten reden sich eine heile Welt ein. Die „Kirche...

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