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Religion – Macht – Freiheit

Deutsches Neuland: Eine Zwischenbilanz

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Thomas Brose

Zwar schreitet die Säkularisierung in Europa voran, aber der Prozess einer Re-Spiritualisierung gewinnt an Fahrt. Fragen, die unsere Gesellschaft unabhängig von konfessionellen Bindungen bewegen, lauten: Worauf können wir uns verlassen? Was sind Werte, die wirklich zählen? Braucht Europa das Christentum? Aber auch: Welche Gefahren birgt Religion in sich? Können moderne Menschen mit guten Gründen glauben?
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Wie heute von Gott sprechen in nichtchristlichem Umfeld?

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Bischof Joachim Wanke

Beim Nachdenken über das mir gestellte Thema habe ich vornehmlich meine kirchenfernen Landsleute in Thüringen im Blick. Rund 70 % von ihnen gehören keiner Kirche an, sei es, dass sie sich von der Kirche ausdrücklich getrennt haben, sei es – und das ist vermutlich die Mehrheit –, dass sie von Kindheit an keine Kirchennähe hatten. Es gibt gerade in der Generation der 30–50-jährigen ehemaligen DDR-Bürger viele, die von religiöser Erziehung völlig unberührt, gleichsam „chemisch rein“ von Religion aufgewachsen sind.

1.  Beobachtungen zum Thema aus der Perspektive des religions- und kirchenfernen Ostens

1. Man kann bei den Menschen in den neuen Bundesländern sicher von einer Art religiösem „Sprachverlust“ sprechen, also von der Unfähigkeit, bestimmte Grunderfahrungen (etwa Angst oder Sorge, Freude oder Zuversicht) religiös ausdrücken zu können. Die religiöse Sprache steht vielen Zeitgenossen nicht mehr zur Verfügung. Christlich-kirchliche Vokabeln sind für diese Menschen wie „Chinesisch“. Warum das so ist, ist nochmals eine eigene Frage.

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