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Vorträge und Aufsätze zur lateinischen Literatur der Antike und des Mittelalters

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Jürgen Blänsdorf

Der Band vereinigt die zwischen 2000 und 2014 entstandenen Untersuchungen zur lateinischen Literatur der Antike und des Mittelalters: Komödie und Epos, Philosophie und Geschichtsschreibung. Weitere Themen sind außerdem die Methoden der Textinterpretation, Metrik, römische Philosophie, Staatstheorie, Geschichte, Religion und Fachschriftsteller. Das Buch wendet sich an Interessenten in Universität und Gymnasien und weitere Leserkreise. Öffentliche Diskussionen über den Wert des Lateins berücksichtigen oft nur die Mühen des Spracherwerbs. Hier stehen Literatur und Geistesgeschichte im Vordergrund.
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Götterkult und Verehrung Gottes

I.

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in lateinischen Inschriften des antiken und mittelalterlichen Mainz

Inschriften religiösen Inhalts stellen einen beträchtlichen Anteil der epigraphischen Überlieferung der griechischen und römischen Antike, des spätantiken Christentums und des Mittelalters, darüber hinaus des Inschriftenmaterials vom Barock bis zum 18. Jahrhundert dar. Dabei sollte uns bewusst bleiben, dass der eigentliche Ort für Götterkult und Götterverehrung der Ritus in und vor dem Tempel und in der Kirche ist. Doch von den dort zelebrierten, meist langen und sprachlich anspruchsvollen sakralen Texten konnten nur kurze Ausschnitte ihren Niederschlag in den Inschriften finden. Für längere Kulthymnen gibt es in der gesamten Inschriftenüberlieferung nur sehr wenige Belege.

Doch gerade die auf Dauer zielende Fixierung und die beabsichtigte Öffentlichkeit der auf Stein oder Metall geschriebenen Dokumente veranlasste die Verfasser zu sorgfältiger, feierlicher Formulierung. Daher können die Inschriften als wenigstens teilweises Abbild der religiösen Sprache des Götterkults bzw. des Gottesdienstes angesehen werden. Zwischen antik-heidnischen und christlichen Inschriften lassen sich nun deutliche Unterschiede in Anlass und Textgattung, im Inhalt und insbesondere in der Art der Zuwendung zu dem angeredeten Gott erkennen, die aus dem tiefen Unterschied der Religion bzw. der Glaubensüberzeugungen hervorgingen. Der vergleichenden Typologie dieser Inschriften aus heidnischer und christlicher Welt ist der folgende Beitrag gewidmet.

Der ganz überwiegende Teil sakraler Inschriften der Antike sind Weihinschriften, die vom römischen Staat und seinen Beamten und von Privatleuten aus einem aktuellen Anlass gestiftet wurden, zum Beispiel...

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