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Die Patriotische Gesellschaft in Bern und Isaak Iselins Anteil an der europäischen Geschichtsphilosophie

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Margret Genna-Stalder and Lars Lambrecht

Das Buch präsentiert zwei sehr unterschiedliche Textformate: eine Forschungsarbeit von 1974 zur «Patriotischen Gesellschaft in Bern», die jetzt erstmalig gedruckt vorliegt, und eine vorläufige Dokumentation zum Anteil des Basler Ratsherrn Isaak Iselin (1728–1782) an der europäischen Geschichtsphilosophie. Iselin war Gründungsmitglied der Berner Gesellschaft und Autor der ersten deutschsprachigen Geschichtsphilosophie. Die gegenseitige Bezugnahme der beiden Studien zum «Ursprung» des geschichts philosophischen Denkens und dem simultanen Beginn der Patriotischen Gesellschaften am Beispiel der Berner zeigt vor allem eins: Sie macht den Anspruch jener Aufklärer plausibel, die theoretische Entwürfe mit der sozioökonomischen Praxis im Bestreben um politische Reformen verbunden wissen wollten.
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Anhang II: Über die möglichen Quellen für Kants ironische Vorbemerkung zu seinem Ewigen Frieden betr. des Schildes eines holländischen Gastwirts

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Zwar ist in der Forschungsliteratur die These am weitesten verbreitet,325 dass Kant diesen Hinweis von Leibniz hätte, der am 4. Juni 1712 in einem Brief an Jean-Léonor le Gallois de Grimarest den Entwurf von St. Pierre betreffs eines Weltfriedensordnung als pax aeterna ironisierend kritisierte.326 Merkwürdigerweise wird in der Forschung nicht darauf eingegangen, ob Kant diesen Privatbrief hätte kennen können, und wenn aber ja, woher? Nun liegt jedoch seit 1738 der dritte Band jener berühmten Leibnitti epistolae vor, den C. Kortholt herausgegeben hatte. Hier befindet sich in der Tat der Brief samt der einschlägigen Passage:

„J’ai vu quelque chose du projet de M. de St. Pierre pour maintenir une paix perpetuelle en Europe. Je me souviens de la devise d’un cimetiere, avec ce mot: pax perpetua; car les morts ne se battent point: mais les vivans sont d’une autre humeur; & les plus puisans ne respectent gueres les tribunaux.“327

Dass sich aber Kant für diese frühe Edition von Leibniz Briefen interessiert haben könnte, obwohl sich Leibniz gleich im nächsten Brief an Grimarest auch zu dessen Gedanken über den Krieg äußerte, ist eher unwahrscheinlich. Denn eine solche Vorbereitung dürfte Kant für seine Friedens-Schrift nicht geleistet haben, in deren Zusammenhang Leibniz auch gar keine spezielle Rolle spielt.

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