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Die Patriotische Gesellschaft in Bern und Isaak Iselins Anteil an der europäischen Geschichtsphilosophie

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Margret Genna-Stalder and Lars Lambrecht

Das Buch präsentiert zwei sehr unterschiedliche Textformate: eine Forschungsarbeit von 1974 zur «Patriotischen Gesellschaft in Bern», die jetzt erstmalig gedruckt vorliegt, und eine vorläufige Dokumentation zum Anteil des Basler Ratsherrn Isaak Iselin (1728–1782) an der europäischen Geschichtsphilosophie. Iselin war Gründungsmitglied der Berner Gesellschaft und Autor der ersten deutschsprachigen Geschichtsphilosophie. Die gegenseitige Bezugnahme der beiden Studien zum «Ursprung» des geschichts philosophischen Denkens und dem simultanen Beginn der Patriotischen Gesellschaften am Beispiel der Berner zeigt vor allem eins: Sie macht den Anspruch jener Aufklärer plausibel, die theoretische Entwürfe mit der sozioökonomischen Praxis im Bestreben um politische Reformen verbunden wissen wollten.
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VI. Die Patriotische Gesellschaft vom Frühjahr 1763 bis zu ihrer Auflösung im Sommer 1766

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Obwohl sich die Aktivität der Patriotischen Gesellschaft vom Frühjahr 1763 an auf die Bemühungen verlagerte, eine Verbindung mit der Helvetischen Gesellschaft zu erreichen, versuchte sie immer wieder, als selbständige Gesellschaft etwas zu unternehmen. So musste sie die Antworten auf die Preisfragen, die im Sommer 1762 in verschiedenen Zeitschriften ausgeschrieben worden waren1, beurteilen. Bis zur Schinznachertagung vom Mai 1763 waren erst fünf Arbeiten eingetroffen, unter denen nur zwei als befriedigend bezeichnet werden konnten.2 Nach seiner Rückkehr aus Schinznach fand Vinzenz Bernhard Tscharner zwar weitere 15 Antworten vor, doch hielten die meisten vor den kritischen Augen der Berner nicht stand. Zuerst erklärte Fellenberg, dass einige unter diesen Abhandlungen durchaus lesenswert seien.3 Bald fand er jedoch, dass nur eine ungefähr den Ansprüchen der Gesellschaft entspreche.4 Nach diesem enttäuschen Resultat der Preisausschreibung konnten sich die Berner nicht dazu entschliessen, eine der eingereichten Antworten mit dem Preis auszuzeichnen. Deshalb entschlossen sie sich, den Preis einem Werk zuzusprechen, das völlig unabhängig von ihrer Preisausschreibung entstanden war.5 Iselin fand diesen Ausweg zwar nicht korrekt. Er hätte den Preis viel lieber einer unter jenen Personen gegeben, ← 101 | 102 → die sich für die Gesellschaft abgemüht hatten.6 Er unterzog sich jedoch dem Entschluss der Berner. Fellenberg begründete diesen folgendermassen:

« J’ai vu la derniere lettre que Vous avés ecrite a Mr Tscharner. Votre desapprobation du parti que nous avons pris relativemt a Phocion me cause un chagrin veritable. Je Vous...

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