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700 Jahre Boccaccio

Traditionslinien vom Trecento bis in die Moderne

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Edited By C. Bertelsmeier-Kierst and Rainer Stillers

In diesem Band werden neue Ergebnisse vorgestellt, die anlässlich des 700. Geburtstages Giovanni Boccaccios 2013 im interdisziplinären Dialog zwischen Literaturwissenschaftlern, Historikern, Sozial- und Medienwissenschaftlern in Marburg ausgetauscht wurden. Vor allem sein Hauptwerk in Volgare, das Decameron (Zehntagewerk, eine geistreiche Anspielung auf das Hexameron, das Sechstagewerk der Schöpfungsgeschichte), hat die Literatur und Kunst Europas nachhaltig beeinflusst. Geprägt von zwei Kulturen, dem kommunalen Leben der Republik Florenz und der französischen Hofkultur Neapels, gelingt es Boccaccio, zuvor getrennte Welten, antike Philosophie und höfische Liebe, lateinische und volkssprachliche Diskurse zusammenzuführen.
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Rahmen und Erzählung. Vom ‘Decameron’ zu Hypertext und Computerspiel

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Angela Krewani / Ann-Marie Letourneur

Rahmen und Erzählung

Vom ‘Decamerone’ zu Hypertext und Computerspiel

I. Materiale Textualität

Boccaccios um 1350 verfasstes Novellenwerk ‘Decamerone’ besitzt exemplarischen Status für die Entwicklung der Novelle wie der narrativen Komplexität. Eingebettet in eine Rahmenerzählung finden sich 100 eigenständige Novellen, die von den Figuren der Rahmenerzählung mündlich präsentiert werden. Aufgrund seiner Wirkmächtigkeit hat das ‘Decamerone’ über die Jahrhunderte hinweg vielfach Beachtung bekommen und ebenso viele mediale Transformation in andere Texte, visuelle und audiovisuelle Formen gefunden. Auch die Verbreitung von digitalen Medien, Web 2.0 Funktionen und Videospielen hat vor dem ‘Decamerone’ nicht haltgemacht. An dieser Stelle soll eine medienwissenschaftliche Reflexion des ‘Decamerone’ vorgenommen werden, innerhalb derer Medien als apparative Formbildungen von Weltwahrnehmung und Gestaltung fungieren. Es geht im Folgenden nicht um mögliche Verfilmungen von Literatur. Die hier explizierten medienwissenschaftlichen Fragestellungen wollen Formen, Wahrnehmungsstrukturierungen und Funktionsweisen literarischer Texte fokussieren sowie einen Blick auf die Materialität der literarischen Kommunikation werfen, denn die Wirkweise ist je nach Materialität des Trägers unterschiedlich – demnach bedingen handschriftliches Manuskript, gedrucktes Buch oder digitaler Text unterschiedliche Rezeptions- und Wirkungsmodi.

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