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Gernika / «Guernica» als Erinnerungsort in der spanischsprachigen Literatur

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Benjamin Inal

Das Buch befasst sich mit der Repräsentation des Erinnerungsortes Gernika in der spanischsprachigen Literatur. Die Bombardierung der baskischen Kleinstadt im Jahre 1937 stellt ein herausragendes Ereignis des Spanischen Bürgerkriegs dar. Für die Künste lässt sich an Pablo Picassos Gemälde Guernica (1937) und dessen Rezeptionsgeschichte ablesen, zu welchem Politikum die Bombardierung mit der Zeit avancierte. Der Autor untersucht erstmalig und umfassend die Repräsentation des Ereignisses in spanischsprachigen Dramen- und Prosatexten. Seine Analysen machen weite kulturgeschichtliche Kontexte zugänglich und illustrieren, inwiefern die Zerstörung Gernikas für die Zeit von 1937 bis heute einen wirkungsvollen Erinnerungsort für baskische, spanische und transnationale Bezugsgruppen darstellt.
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4.7 Wenn die Vergangenheit kritisch die Gegenwart beleuchtet. Gernika, un grito. 1937 (1994) und El chófer del Teniente Coronel von Richthofen toma decisiones (2003) von Ignacio Amestoy

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Trotz allen Formenreichtums und aller Vieldeutigkeit bleibt Contra el Guernica jedoch zuallervorderst ein Text, der sich energisch gegen eine ‚Zähmung‘ des Guernica-Gemäldes wendet, gegen dessen politische Neutralisierung, wie Gómez López Quiñones (2005, 177) sie beschrieben hat:

Éste [el Guernica ] […] a fuerza de ser presentado como imagen y fachada por los medios de comunicación y mercantilización, corría el riesgo de quedar convertido en una careta sin rostro propio, en una simple apariencia que sólo escondía su propio vacío, en definitiva, en una prestigiosa estampa popularizada hasta la saciedad y cuyo valor político, de quedarle alguno, podía ser manipulado o sencillamente borrado.

← 242 | 243 → Von einer Bändigung in diesem Sinne spricht auch Pedro Pérez del Solar in seinem Aufsatz „Amansar al Guernica“, in dem er darauf eingeht, welche Reaktionen im Bereich des Comics die Funktionalisierung des Bildes während der transición hervorrief. Am eindrücklichsten zeigt eine Arbeit des Argentiniers Quino, der unter anderem Schöpfer von ‚Mafalda‘ ist, wie Guernica ‚domestiziert‘ wurde: darin räumt eine Hausangestellte nicht nur das Zimmer auf, in dem Guernica an der Wand hängt, sondern bringt im Zuge ihrer Arbeit auch die Ikonographie des Gemäldes in eine ‚freundliche Ordnung‘.437

Bei genauerer Betrachtung kann nicht mehr davon die Rede sein, dass sich Saura gegen Formen der Erinnerung und Diskursivierung im Zusammenhang von Guernica im Allgemeinen wendet. Ganz im Gegenteil. Dem Autor sind...

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