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Musik an den Welfenhöfen

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Reinmar Emans, Oliver Huck and Sven Hiemke

Der Musik an den Welfenhöfen kam im 17. und 18. Jahrhundert eine überregionale Bedeutung zu, wie die in diesem Band vereinten Beiträge unterstreichen. Insbesondere in Wolfenbüttel und Hannover wirkten bedeutende Musiker, darunter Michael Praetorius, Heinrich Schütz, Antonio Sartorio, Agostino Steffani und Georg Friedrich Händel. Beide Höfe leisteten sich eine glänzende Hofhaltung, bei der neben Kunst, Literatur und Philosophie die Musik eine tragende Rolle zur Repräsentation der Herzöge spielte, von denen einige selber musizierten, Libretti schrieben oder komponierten. Als Liebhaber der venezianischen Oper und Bewunderer der Hofführung von Ludwig XIV. brachten sie im ausgehenden 17. Jahrhundert von ihren Reisen nach Italien und Frankreich Musik und Musiker mit und etablierten im Norden eine geradezu europäisch geprägte Musikszene.
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Musiker in Wolfenbüttel/Braunschweig. Ein prosopografischer Versuch

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.Obwohl wir über die Frühgeschichte der Wolfenbütteler Hofkapelle insbesondere dank der gründlichen und immer noch Standards setzenden Studien von Friedrich Chrysander und Werner Flechsig gut informiert sind, bleiben etliche Desiderate zu konstatieren. Weil beide Studien in aller Regel darauf verzichten, die Quellen anzugeben, aus denen sie ihr Wissen schöpfen, sind ihre Erkenntnisse nur sehr bedingt verifizierbar oder vielleicht auch falsifizierbar. Damals wie heute lässt sich der Archivdschungel nur mithilfe von Findbüchern, heute freilich in digitalisierter Form, ein wenig lichten. Ihre Natur bringt es allerdings mit sich, dass nur einigermaßen „prominente“ Akten detailliert aufgeschlüsselt werden. Auch das Archivinformationssystem Niedersachsen (Arcinsys) bleibt meist an der Aktenoberfläche. Dies ist ihr gutes Recht, und aufgrund des gewaltigen Aktenbestandes, der zu bewältigen ist, wohl auch kaum anders zu machen. Allerdings suggeriert die Digitalisierung eine gegenüber den Findbüchern einfachere und verbesserte Suchmöglichkeit, die de facto so nicht gegeben ist. Jedenfalls können längst nicht alle der von Chrysander und Flechsig herangezogenen Dokumente heute nachgewiesen werden. Auf der anderen Seite lässt sich allerdings ein veritabler Zuwachs an bislang unbekannten einschlägigen Quellen verzeichnen, die eine erneute Beschäftigung mit der Musikorganisation in Wolfenbüttel nahelegen.Wenn im Folgenden der Versuch unternommen wird, das Musikerpersonal des Wolfenbütteler Hofes erstmals möglichst vollständig – also einschließlich der Trompeter und Pauker, Tanzmeister, Organisten, Kantoren, Chorpräfekten und Opfermänner der verschiedenen Stadtkirchen (die ebenfalls für musikalische Aufführungen herangezogen werden konnten) – aufzulisten und...

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