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Lampenfieber und Angst bei ausübenden Musikern

Kritische Übersicht über die Forschung. Zweite, überarbeitete Auflage

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Ein Bühnenauftritt verlangt vom Musiker Konzentration und schöpferische Kraft statt Aufregung und Angst. Ist die optimale Konzerterfahrung eine Schimäre? Weder für Lampenfieber noch für Aufführungsangst existiert eine einheitliche Definition. Das Ergebnis ist ein Bündel von Symptombeschreibungen und Erklärungsversuchen, differierenden theoretischen Ansätzen und experimentellen Methoden. Dieser Literaturbericht umfaßt Erkenntnisse aus der Angstforschung, Sportpsychologie und klinischen Psychologie. Diese werden unter Einbeziehung der Besonderheiten des Musizierens betrachtet. Durch eine geordnete Übersicht wird Auskunft über den gegenwärtigen Wissensstand geboten. Die kritische Beurteilung der bisherigen Untersuchungen schließt Empfehlungen für die zukünftige Forschung ein.
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V. Emotionen – die vierte Komponente

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V.   Emotionen – die vierte Komponente

Ein Musiker hat soeben einen Auftritt absolviert und trifft auf gute Freunde hinter der Bühne. Sie erzählen ihm, wie ihnen das Konzert als Ganzes gefallen hat, sprechen von ihren musikalischen Eindrücken, sagen vielleicht auch etwas über die Resonanz des Publikums. Sie teilen ihm ihre Beobachtungen mit: sie schildern alles, was er vom Podium aus nicht hat wahrnehmen können. Womöglich sprechen sie auch darüber, welchen Eindruck seine Körperhaltung und Mimik hinterlassen hat, ob er angespannt oder gelassen wirkte. Irgendwann folgt dann die unweigerliche – und spannende – Frage, wie der Musiker sich fühlte und fühlt und damit meinen sie seine Emotionen.

Nachdem das Phänomen der Angst bei ausübenden Musikern aus der Sicht der Angstforschung dargestellt wurde, wird jetzt auf die emotionalen Anteile des Lampenfiebers aus psychotherapeutischer Sicht eingegangen.

No one is born afraid of being seen and heard. Therefore, something must have happened to those of us who suffer from performance anxiety to convince us that being the center of attention would bring us psychological and/or physical pain.109

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