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Österreichische und ukrainische Literatur und Kunst

Kontakte und Kontexte in Moderne und Avantgarde

Series:

Vera Faber, Dmytro Horbachov and Johann Sonnleitner

Der Band widmet sich den Wechselbeziehungen, Wechselwirkungen, aber auch Analogien und auffälligen Divergenzen zwischen Kunst, Literatur und Wissenschaft im Wien der Jahrhundertwende sowie in der ukrainischen Moderne und Avantgarde. Die kulturellen Beziehungen zwischen der Ukraine und Österreich werden gerade nach 1918 immer spärlicher, dennoch scheint es lehrreich, die Affinitäten und Kontraste zwischen den zunehmend auseinanderdriftenden kulturellen Räumen zu beschreiben und zu beobachten. Der Band macht zudem viele beeindruckende ukrainische Forschungsleistungen erstmals in deutscher Sprache zugänglich. Überdies enthält er umfangreiches Bildmaterial zur ukrainischen literarischen und bildkünstlerischen Avantgarde sowie zum futuristischen und konstruktivistischen Bühnenbild.
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Von Galizien nach Wien. Biographische Skizzen aus den „wilden Jahren“ der Psychoanalyse

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Einleitung

Jeder Gedanke, jede Rezeption von Ideen und Methoden findet innerhalb bestimmter Kontexte und Rahmenbedingungen statt. Zu diesen gehören nicht zuletzt die Lebensumstände derer, die beispielsweise eine wissenschaftliche Strömung wie die Psychoanalyse (in all ihren Verästelungen) auf den Weg gebracht haben. Im Blick auf die Genese der Psychoanalyse lassen sich aus dieser Sicht zumindest einige biographische Bezüge zur heutigen Ukraine herstellen; Sigmund Freuds Eltern stammten aus Galizien, Siegfried Bernfeld (1892–1953) wurde in Lemberg geboren, Wilhelm Stekel (1868–1940) und Wilhelm Reich (1897–1957) verbrachten ihre gesamte Jugend in Galizien bzw. der Bukowina und besuchten beide das Gymnasium in Czernowitz, ehe sie in Wien Medizin studierten.1

All dies verweist naturgemäß auch deutlich auf Möglichkeiten und Grenzen individueller Entwicklung unter den Auspizien geopolitischer und soziokultureller Verhältnisse in den letzten Jahrzehnten der Habsburgermonarchie. Versuchsweise werden die folgenden Ausführungen diesen Bezügen, ihren etwaigen Voraussetzungen sowie der Frage nachgehen, ob und inwieweit daraus ein Beitrag zu einer Geschichte der Psychoanalyse gewonnen werden könnte. Zugleich werden sie sich – in aller gebotenen Kürze – auch grundsätzlich mit der Frage von Grenzen und Möglichkeiten biographischer oder prosopographischer Zugänge für kultur- und wissenschaftsgeschichtliche Forschungen auseinandersetzen.

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