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Österreichische und ukrainische Literatur und Kunst

Kontakte und Kontexte in Moderne und Avantgarde

Series:

Vera Faber, Dmytro Horbachov and Johann Sonnleitner

Der Band widmet sich den Wechselbeziehungen, Wechselwirkungen, aber auch Analogien und auffälligen Divergenzen zwischen Kunst, Literatur und Wissenschaft im Wien der Jahrhundertwende sowie in der ukrainischen Moderne und Avantgarde. Die kulturellen Beziehungen zwischen der Ukraine und Österreich werden gerade nach 1918 immer spärlicher, dennoch scheint es lehrreich, die Affinitäten und Kontraste zwischen den zunehmend auseinanderdriftenden kulturellen Räumen zu beschreiben und zu beobachten. Der Band macht zudem viele beeindruckende ukrainische Forschungsleistungen erstmals in deutscher Sprache zugänglich. Überdies enthält er umfangreiches Bildmaterial zur ukrainischen literarischen und bildkünstlerischen Avantgarde sowie zum futuristischen und konstruktivistischen Bühnenbild.
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Weibliche Avantgarde in Österreich nach 1918. Zu Maria Lazar und ihrem Umfeld

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Johann Sonnleitner

Weibliche Avantgarde in Österreich nach 1918. Zu Maria Lazar und ihrem Umfeld

Durchforstet man Anthologien expressionistischer Literatur nach Beiträgen von Schriftstellerinnen, so wird man nur selten fündig. Kurt Pinthus’ erstmals 1920 erschienene wirkungsmächtige Sammlung „Menschheitsdämmerung. Ein Dokument des Expressionismus“1 begnügt sich mit wenigen Beiträgen von Else Lasker-Schüler, in den fünf populären Reclam-Anthologien zum Expressionismus2 und Dadaismus3 – in der Regel überhaupt reine Männerangelegenheiten – sind nur zwei Autorinnen vertreten. Die von Thomas Anz und Michael Stark herausgegebenen „Manifeste und Dokumente zur deutschen Literatur 1910–1920“ zum Expressionismus bieten bei 190 Dokumenten lediglich drei Texte aus weiblicher Feder, nämlich einen von Johanna Freiin von Caudern, die zur neuen Strömung eher kritisch auf Distanz geht, und zwei von Maria Holzer aus der „Aktion“ über das „Automobil“ und das „Wesen der Kritik“4, deren Erzählung „Die rote Perücke“ den Titel für die von Hartmut Vollmer herausgegebene Anthologie zur „Prosa expressionistischer Dichterinnen“5 bietet. In Paul Raabes bibliographischem Handbuch „Die Autoren und Bücher des literarischen Expressionismus“6 stehen nur 19 Autorinnen 300 Männern gegenüber.7 Auch in der Sammlung „Texte des ← 143 | 144 → Expressionismus. Der Beitrag jüdischer Autoren zur österreichischen Avantgarde“, herausgegeben von Armin Wallas, der sich mit seinen Publikationen um die österreichische Expressionismusforschung8 wie kein anderer verdient gemacht hat, nimmt lediglich die Gedichte „Der Steinbruch“ und „Am Rand der Stadt“9 von Martina Wied auf, wobei auch der Frage einer...

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