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Österreichische und ukrainische Literatur und Kunst

Kontakte und Kontexte in Moderne und Avantgarde

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Edited By Vera Faber, Dmytro Horbachov and Johann Sonnleitner

Der Band widmet sich den Wechselbeziehungen, Wechselwirkungen, aber auch Analogien und auffälligen Divergenzen zwischen Kunst, Literatur und Wissenschaft im Wien der Jahrhundertwende sowie in der ukrainischen Moderne und Avantgarde. Die kulturellen Beziehungen zwischen der Ukraine und Österreich werden gerade nach 1918 immer spärlicher, dennoch scheint es lehrreich, die Affinitäten und Kontraste zwischen den zunehmend auseinanderdriftenden kulturellen Räumen zu beschreiben und zu beobachten. Der Band macht zudem viele beeindruckende ukrainische Forschungsleistungen erstmals in deutscher Sprache zugänglich. Überdies enthält er umfangreiches Bildmaterial zur ukrainischen literarischen und bildkünstlerischen Avantgarde sowie zum futuristischen und konstruktivistischen Bühnenbild.
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„Eine Ohrfeige dem öffentlichen Geschmack“ – Expressionismus, Futurismus, Konstruktivismus auf den Bühnen in Wien, Kiew und Charkiw

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Elina Knorpp

„Eine Ohrfeige dem öffentlichen Geschmack“ – Expressionismus, Futurismus, Konstruktivismus auf den Bühnen in Wien, Kiew und Charkiw

In einem Interview im Jahre 1919 bezeichnete die ukrainisch-stämmige Künstlerin Alexandra Exter die „radikalen Neuerungen in der Bühnendekoration und den Kostümentwürfen“ als einen „natürlichen Protest gegen den Naturalismus“.1 Der Naturalismus beherrschte die europäische Bühne des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Dekorationen wurden dabei meistens nicht speziell für eine Aufführung geschaffen, sondern aus dem Theaterfundus zusammengestellt oder in großen Werkstätten wie Konfektionsware erworben.2 Die neu angefertigten Prospekte und Kulissen wurden meist auch nach einer Schablone oder einem bestimmten Schema ausgeführt. Doch bereits im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wurden erste Schritte zur Erneuerung der Bühne gemacht, die mit den bekannten Bühnenbildern Adolph Appia und Edvard Gordon Craig in Verbindung stehen. Die Reformierung der Bühne vollzog sich aber erst nach und nach im 20. Jahrhundert. Zu ihren Errungenschaften zählen die dreidimensionale Raumbühne, Stilisierung statt Naturalismus oder Realismus, der Einsatz von Licht und Musik als künstlerische Mittel sowie andere technische Neuerungen. Während in der bildenden Kunst der Bruch mit den Traditionen und Normen bereits im 19. Jahrhundert begann und im 20. Jahrhundert ihre radikalste Form erreichte, setzte die Erneuerung der Bühne zwar später ein, ging aber Hand in Hand mit der künstlerischen Avantgarde. Eine Reihe von Künstlern unterschiedlicher Gruppierungen und Nationalitäten, experimentierte auf der B...

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