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Österreichische und ukrainische Literatur und Kunst

Kontakte und Kontexte in Moderne und Avantgarde

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Edited By Vera Faber, Dmytro Horbachov and Johann Sonnleitner

Der Band widmet sich den Wechselbeziehungen, Wechselwirkungen, aber auch Analogien und auffälligen Divergenzen zwischen Kunst, Literatur und Wissenschaft im Wien der Jahrhundertwende sowie in der ukrainischen Moderne und Avantgarde. Die kulturellen Beziehungen zwischen der Ukraine und Österreich werden gerade nach 1918 immer spärlicher, dennoch scheint es lehrreich, die Affinitäten und Kontraste zwischen den zunehmend auseinanderdriftenden kulturellen Räumen zu beschreiben und zu beobachten. Der Band macht zudem viele beeindruckende ukrainische Forschungsleistungen erstmals in deutscher Sprache zugänglich. Überdies enthält er umfangreiches Bildmaterial zur ukrainischen literarischen und bildkünstlerischen Avantgarde sowie zum futuristischen und konstruktivistischen Bühnenbild.
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Die Sammlung dеr ukrainischen szenographischen Avantgarde im Fonds des Nationalen Museums für Theater, Musik und Kino der Ukraine

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Iryna Meleškina

Die Sammlung dеr ukrainischen szenographischen Avantgarde im Fonds des Nationalen Museums für Theater, Musik und Kino der Ukraine

Mit der legendären Aufführung des Stückes „Hajdamaky“ [Die Hajdamaken], inszeniert vom herausragenden ukrainischen Regisseur Les’ Kurbas, ging das Jahr 1920 in die Geschichte des ukrainischen Theaters ein. Laut Kurbas ist das Theater die höchste aller Kunstformen und soll in sich Techniken aus allen bestehenden Kunstformen vereinen – aus der bildenden Kunst, der Musik, der Choreographie, der Filmkunst, der Pantomime usw. Seit diesem Initialmoment nimmt die Bühnengestaltung in der Ukraine einen derart wichtigen Platz ein, dass selbst die Relevanz des Schauspielers durch sie determiniert wurde. Der Bühnenbildner geriet, und dies ist keine Übertreibung, zum wichtigen Co-Akteur des Schauspiels.1

Das ukrainische Theatermuseum wurde am 30. Januar 1923 innerhalb der Kunstvereinigung Berezil’ auf Initiative von dessen Leiter, dem Regisseur Les’ Kurbas’, gegründet. Unter der Leitung des renommierten Schauspielers und Regisseurs Vasyl’ Vasyl’ko wurde eine Museumskommission gebildet, wodurch bereits im ersten Tätigkeitsjahr des Museums die Gründung einer Stiftungssammlung der ukrainischen Avantgarde ermöglicht wurde. Obwohl das Museum von einem einzelnen Künstlerkollektiv, dem „Mystec’ke ob’ednannja Berezil’“ [Künstlerische Vereinigung Berezil’], kurz „MOB“, initiiert wurde, war es bereits von Anfang an als umfassende Sammlung konzipiert, die sowohl historische als auch zeitgenössische Requisiten von sämtlichen ukrainischen Bühnen vereinen und dadurch den gesamtukrainischen Entwicklungsprozess im Bereich des Theaters ins Zentrum rücken sollte.

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