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Kulturelle Evolution und die Rolle von Memen

Ein Mehrebenenmodell

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Karim Baraghith

Das Buch untersucht die Mechanismen der kulturellen Evolution, insbesondere die Rolle von Memen – kulturelle Muster also, die von Generation zu Generation weitergereicht werden. Gesellschaften durchlaufen einen evolutionären Prozess, Prinzipien wie Variation, Selektion und Reproduktion können als abstrakte Eigenschaften dynamischer Systeme verstanden werden. Sie finden sowohl Anwendung bei der Entwicklung von Organismen als auch bei kulturell erworbenen Verhaltensweisen. Dies ist der Erklärungsansatz einer interdisziplinären verallgemeinerten Evolutionstheorie. Was aber evolviert genau innerhalb der kulturellen Evolution? Der Autor versucht Einheiten der kulturellen Entwicklung (Meme) möglichst exakt zu definieren, um spezifische kulturelle Phänomene zu erklären.
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Erkenntnis- und Argumentationsziel

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Die folgende Arbeit wird sich in der Hauptsache mit den Mikromechanismen der kulturellen Evolution auseinandersetzen, wobei der Begriff Kultur dabei sehr weit gefasst ist und keinerlei normativen Beigeschmack aufweist. Kultur ist – in dieser Lesart – kein Zeichen menschlichen Fortschritts oder anderer humanistisch-aufklärerischer Ideale. Kultur ist schlicht ein sehr komplexer kumulativer Prozess, in welchem Informationen zwischen Akteuren ausgetauscht werden und bei Letzteren auf diese Information zurückführbare Überzeugungen und vor allem Verhaltensweisen begründen. Bestimmte Verhaltensweisen scheinen dabei erfolgreicher, also zahlreicher, zu sein als andere. Warum dies so ist und ob es eine evolutionäre Erklärung dafür geben könnte, wird Gegenstand der Untersuchung sein. Der Erkenntnisziel lautet demnach: Finden wir in der menschlichen Kultur einen evolutionären Prozess? Um diese Frage zu klären wird, wie sich zeigt, einiges an begrifflicher Definitionsarbeit nötig werden. Es sei bereits angemerkt, dass sich dieser Frage primär auf epistemisch-explanatorischem Wege genähert werden wird; weniger wird es um die Beantwortung einer ontologischen Fragestellung oder der Beschreibung einer naturgesetzlichen Notwendigkeit gehen. Die Frage kann also bescheidener umformuliert werden: Ist es uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt möglich, uns an einer theoretischen Erklärung kultureller Phänomene zu versuchen, welche eine evolutionäre Struktur aufweist? Ob in der Welt an sich tatsächlich eine kulturelle Evolution stattfindet, kann und soll nicht Teil der Beantwortung sein, vielmehr jedoch, ob es auf explanatorische Art Sinn macht, eine solche als Hypothese für darauf aufbauende (empirische) Forschung anzunehmen. Nur in einem Zusammenspiel...

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