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Der Übergang zur Elternschaft mit oder ohne Trauschein

Elterliche Lebensform und partnerschaftliche Arbeitsteilung zwischen Geschlechterkultur, Geschlechterstruktur und geschlechtsbezogenem Handeln

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Karin Holzer

Die Autorin untersucht den Traditionalisierungseffekt bei verheirateten und unverheirateten Paaren. Anders als in der bisherigen wissenschaftlichen Forschung sieht sie die Gründe für diesen in der Institution Familie. Erkenntnisse der Familiensoziologie und der Frauen- und Geschlechterforschung miteinander vereinend, formuliert sie die Entwicklung eines integrativen Forschungsansatzes als Forschungsziel und setzt dieses methodisch mithilfe einer subjekt- und paarorientierten Übergangsforschung um.
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4. Frauen- und Geschlechterforschung: Die makroanalytische Erforschung von Familie und Übergang zur Elternschaft

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Dass es keine „naturhaft gegebenen, allgemein gültigen Abläufe und Bedingungen des Übergangs zur Elternschaft gibt“ (Gloger-Tippelt, 1988, S. 23), dass die Familiengründung prinzipiell immer auch durch gesellschaftlich-historische Begleitumstände beeinflusst wird, impliziert zugleich, dass auch das Geschlechterverhältnis entscheidenden Einfluss auf die Art und Weise nimmt, wie Eltern heutzutage ihre Elternschaft planen und ausgestalten. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass Familien durch ihr Handeln auch als „Orte der Herausbildung, Tradierung und Veränderung von Geschlechtlichkeit“ (Micus-Loos, 2003, S. 1) fungieren. Vor diesem Hintergrund ist das Geschlechterverhältnis, in dieser Arbeit verstanden als Wechselspiel zwischen Geschlechterkultur, Geschlechterstruktur und dem geschlechtsbezogenen Handeln von Individuen (vgl. Pfau-Effinger, 2000) als zentraler Gegenstand der struktur- und kulturtheoretisch orientierten Frauen- und Geschlechterforschung seit den 1980er Jahren im Ansatz verstärkt im Zusammenhang mit der Familie untersucht worden (vgl. z.B. Becker-Schmidt & Knapp, 1995; Krüger & Levy, 2000; Pfau-Effinger, 2000; Micus-Loos, 2003). Familie erscheint hier nicht nur als wichtiger Bestandteil des „gesellschaftlichen Ganzen“ (Becker-Schmidt & Knapp, 1995, S. 9), der „Geschlechterstruktur“ (Pfau-Effinger, 2000, S. 70), sondern „ist der Kristallisationspunkt, an dem ambivalente Beziehungen zwischen Traditionalisierungseffekten und Modernisierungsprozessen von Geschlecht deutlich werden“ (Kortendiek, 2008, S. 438). Diese widersprüchlichen Entwicklungen werden in der wissenschaftlichen Literatur häufig mit einer Kontinuität gesellschaftlicher Geschlechterstrukturen bei gleichzeitiger Veränderung geschlechterkultureller Vorstellungen und Praxen von Frauen und Männern in Verbindung gebracht.

Im Folgenden soll daher die Familiengründung vor dem Hintergrund von Wandlungsprozessen und Kontinuitäten im gesellschaftlichen Geschlechterverhältnis diskutiert werden. ← 91...

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