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Die Ukraine – Grenzland oder Brücke?

Reflexionen zum aktuellen Konflikt

Reinhard Hildebrandt

Dieses Buch behandelt die Stellung der Ukraine im Konflikt um Aufrechterhaltung guter wirtschaftlicher und politischer Beziehungen der Ukraine zu Russland einerseits und ihrem Wunsch nach Zugehörigkeit zur Europäischen Union andererseits. In dieser Sache prallen die Strategie zur Erweiterung der EU und das Sicherheitsbedürfnis Russlands aufeinander. Diese rivalisierenden Mächte zerreißen die in ihren Sympathien gespaltene ukrainische Bevölkerung. Als traditionelles Grenzland wäre für die Ukraine die Brückenfunktion zwischen Russland und der EU jedoch angemessen. Es droht schließlich der Verlust der Unabhängigkeit, wenn der Konflikt auf absehbare Zeit zu keinem friedlichen Ende führt. Der Autor folgert, dass dessen Fortdauer auch das Verhältnis zwischen Europäischer Union und Russland entfremdet und ein Wiederaufleben des Ost-West-Konflikts nicht mehr ausgeschlossen ist.
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XI. Herausbildung einer neuen Sicherheitsstruktur für Europa – Eine Gewinn- und Verlustrechnung

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XI.  Herausbildung einer neuen Sicherheitsstruktur für Europa – Eine Gewinn- und Verlustrechnung

1.  Aufeinanderprallende Interessen

Herwig Roggemann bezeichnete den „zunehmenden wirtschaftlichen, macht- und militärpolitischen Interessenkonflikt zwischen den USA, der EU und Russland“ als „wesentliche Konfliktursache“ (Roggemann, www.berliner-forum.eu: 3). Aus seiner Sicht überlagerten sich in der Ausformung der „Paneuropäischen Sicherheitsarchitektur“ folgende Interessengegensätze:

Mindestens drei der vier von Roggemann bezeichneten Interessengegensätze bestanden jedoch nicht nur aus gegensätzlichen Interessen, sondern waren außerdem durch Über- und Unterordnungs- bzw. Herrschaft- und Beherrschungsverhältnisse geprägt.

In einem idealen Über- und Unterordnungsverhältnis ist die vom Übergeordneten geforderte Unterordnung mit der Dienstbereitschaft des Untergeordneten deckungsgleich und die Fürsorge des Übergeordneten gegenüber dem Untergeordneten deckt den Wunsch des Untergeordneten nach Anerkennung und Schutz vollkommen ab. Beim Untergeordneten entsteht ein Höchstmaß an Dankbarkeit.

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