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Zwischen Korallenriff und Stacheldraht

Interniert auf Rottnest Island, 1914–1915

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Alexandra Ludewig

Das Buch illustriert anhand zahlreicher Fotos das Leben im Internierungslager auf Rottnest Island (Australien). Dort wurden im Ersten Weltkrieg neben zivilen feindlichen Ausländern aus Deutschland und Österreich-Ungarn auch indigene Strafgefangene von australischen Soldaten und Wachen festgehalten. Dennoch kam es zu seltenen Momenten der Verbrüderung über nationale und ethnische Grenzen hinweg. Die Koexistenz von Männern unterschiedlichster Herkunft und Sozialisation, die oft nicht einmal eine gemeinsame Sprache hatten und doch mitten im Ersten Weltkrieg eine friedliche Gemeinschaft pflegten, mag im Rückblick auf die Geschichte als Inspiration dienen.
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4. Das Internierungslager auf Rottnest Island

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Bereits am 12. August, kaum eine Woche nach Ausbruch des Krieges, hatten sich die Militärbehörden für Rottnest Island als Internierungslager entschieden, weil es dort abseits von strategisch wichtigen Kasernen und Verkehrsknotenpunkten vielfältige Unterkunftsmöglichkeiten gab.87 Eiligst wurde die Insel auf die Ankunft der Internierten vorbereitet. Wachpersonal wurde abgeordnet, Proviant angeliefert, und die vorhandenen Zelte wurden für die Männergesellschaft hergerichtet. Im August 1914 gab es nur noch wenige Strafgefangene auf Rottnest Island, doch ihre Zahl stieg nun wieder an, da sie im Internierungslager für Dienstleistungen zum Wohle der anwachsenden Zahl feindlicher Ausländer gebraucht wurden.

Die ersten Kleingruppen von Zivilinternierten, die auf Rottnest eintrafen, im Wesentlichen einzelne ortsansässige Deutsche und Österreicher (siehe chronologische Liste der Internierten im Anhang), halfen bei den Vorbereitungen tatkräftig mit. Am 14. August 1914, genau zehn Tage nach der Kriegserklärung, wurde Rottnest Island bereits als Internierungslager für zivile feindliche Ausländer genutzt. Die erste Bootsladung mit etwa 20 Kriegsgefangenen und einigen wenigen Soldaten traf auf der Insel ein, ohne dass man die Ankömmlinge systematisch registrierte. Vielmehr waren alle Mann, egal ob Aufseher oder Gefangener, damit beschäftigt, Vorbereitungen für weitere Transfers auf die Insel zu treffen und ein neues Lager aufzubauen, Zäune zu errichten, Absperrungen zu installieren und Proviant einzulagern. Die ursprüngliche Idee war, das Gefängnislager in ein Internierungslager umzuwandeln. Deshalb betrachtete man den offenen Strafvollzug als Norm, teilte den Internierten Arbeit zu, gewährte ihnen auf...

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