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Zwischen Orten, Zeiten und Kulturen

Zum Transitorischen in der Literatur

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Jolanta Pacyniak and Anna Pastuszka

Im Mittelpunkt des Bandes stehen das vielfältige Konzept des Transitorischen und seine literarischen Ausgestaltungen. Die Beiträge beleuchten den etwas diffusen Begriff des Transitorischen anhand unterschiedlicher literarischer Werke, Motive, Themen und Topoi. Das dargestellte Spektrum der Forschungen reicht von den negativen Erfahrungen des Transits in der Exilliteratur über das Motiv der Reise, das Topos des homo viator, transitorische Orte und Zustände bis zu transitorischen Identitäten. Im Horizont einer «Poetik des Transitorischen» (Rüdiger Görner) entsteht aus fließenden Übergängen und Grenzen ein «Dazwischen». Zu dieser Poetik gehören u.a. die Erkenntnisse der Wandelbarkeit und Prozesshaftigkeit der scheinbar feststehenden Kategorien (Nation, Kultur, Geschlecht, Identität), die veränderte Raumwahrnehmung, die Aufwertung der Bewegung und die Versuche, das (post-)moderne Subjekt zu verorten.
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Izabella Golec - Odyssee, Sirenen, Nomadentum. Joanna Bators Wolkenfern

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| 199 →

Izabella Golec  (UMCS Lublin)

Odyssee, Sirenen, Nomadentum. Joanna Bators Wolkenfern

„Zuerst wirst du zu den Sirenen kommen, die alle Männer betören, die es dorthin verschlägt. Jeder, der sich ihnen unwissend nähert und ihren Stimmen lauscht, er wird nie sehen, wie sich seine Frau und kleinen Kinder seiner Heimkehr freuen, denn so werden ihn die Sirenen mit ihrem süßtönenden Gesang betören“1 (S. 215) liest Dominika als Lektorin in New York einer kleinen älteren Dame – Eulalia Barron laut vor. Dominika Chmura ist die Hauptfigur des Romans Piaskowa Góra – Sandberg (erschienen auf polnisch 2009, auf deutsch 2011 von Esther Kinsky übersetzt). Die Übersetzung befand sich 2011 auf der Shortlist des Internationalen Literaturpreises – Haus der Kulturen der Welt. In Sandberg wird am mikrohistorischen Beispiel der Familie Chmura, Dominkas, Dominkas Mutter und Großmutter wie auch vieler anderer mit der Familie Chmura verbundener Personen polnische Geschichte im 20. Jahrhundert geschildert. Der Roman endet mit einem Autounfall, in dem die mathematisch höchstbegabte Dominika fast ums Leben kommt.

Dominika Chmura ist dann auch die Hauptfigur des zweiten Romans von Joanna Bator: Wolkenfern, der auf polnisch 2010 und auf deutsch 2013 – wieder von Esther Kinsky übersetzt – erschien. Sie ist in diesem Roman diejenige, der alle anderen Figuren ihre Geschichten anvertrauen. Nach dem schweren Autounfall, durch den sie ihre außerordentliche mathematische Begabung verloren hat, und sich neu erfinden muss, wird sie in einem Krankenhaus in München durch die...

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