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Reichsdramaturgie

Kulissen und Choreographien der Macht im NS-Staat

Gunter Reiß

«Reichsdramaturgie» wird definiert als Chiffre für totalitäre Massensuggestion. Sie bezieht sich sowohl auf die Instrumentalisierung des Theaters durch Goebbels als auch auf die Inszenierungsformen des sich als ästhetisches Spektakel präsentierenden faschistischen Staates.
Rückgriffe auf Denk- und Handlungsmuster der NS-Zeit sowie Ausgrenzung und Verfolgung Andersdenkender prägen weiterhin Teile der deutschen Öffentlichkeit und beginnen, demokratische Übereinkünfte und Grundrechte auszuhebeln. Die Analyse der Theatralik des Faschismus bestätigt die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als einen unverzichtbaren Bestandteil unseres gesellschaftlichen Denkens und Handelns.
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Der „Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“

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Die verheerenden Folgen, die sich daraus ergeben, erlebt man in Deutschland derzeit nur allzu deutlich. Als aktuelle Beispiele könnte man anführen: die Massenaufläufe beim Auftritt eines beliebten Youtube- oder Facebook-„Stars“, die Millionen „Follower“ irgendeines Phänomens im Internet, und nicht zuletzt Pegida und ähnliche Bewegungen. In der virtuellen Welt, die oftmals nahtlos zur realen wird, kann jeder vom Zuschauer zum Akteur werden bzw. vom „user“ zum „follower“. Für Reflexion bleibt beim schnellen Klicken oder Wischen für Mitläufer keine Zeit. Meinungsführer und andere Ver-Führer haben leichtes Spiel.

Bertolt Brechts Erkenntnis am Schluss seines Parabelstücks Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui hat an Aktualität und Richtigkeit nichts verloren:

„Ihr aber lernet, wie man sieht statt stiert

Und handelt, statt zu reden noch und noch.

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