Show Less
Restricted access

Die völkerrechtliche Klassifizierung bewaffneter Konflikte

Konflikttypen, Abgrenzungen sowie Rechtsfolgen und deren Auswirkungen auf die Planung und Durchführung militärischer Operationen

Series:

Karl Edlinger

Mit seinem hochaktuellen Thema richtet sich Karl Edlinger an militärische Kommandanten, aber auch an politische Entscheidungsträger und weltpolitisch interessierte Leser. Im Buch wird der Rechtsrahmen für moderne Konfliktsituationen abgeleitet und die Konsequenzen für Planung und Durchführung militärischer Operationen dargestellt. Das Völkerrecht bestimmt je nach Typus eines bewaffneten Konflikts die Rechte und Pflichten der beteiligten Streitkräfte. Diese werden immer häufiger in atypischen Konfliktsituationen eingesetzt: friedensunterstützende Einsätze der Vereinten Nationen, Kampf gegen terroristische Organisationen oder gegen internationale Kriminalität. Im Buch werden die Konsequenzen am Beispiel des Luftangriffes bei Kunduz dargestellt.
Show Summary Details
Restricted access

3. Rechtsquellen des humanitären Völkerrechts

Extract

← 24 | 25 →

3.  Rechtsquellen des humanitären Völkerrechts

Von den in Artikel 38 des Statuts des Internationalen Gerichtshofes (IGH) genannten Quellen des Völkerrechts sind für das humanitäre Völkerrecht insbesondere das Völkervertragsrecht und das Völkergewohnheitsrecht von Bedeutung. Neben diesen Primärquellen sind als Rechtserkenntnisquellen Gerichtsentscheidungen und Völkerrechtsliteratur zu nennen. Die ersten namhaften internationalen Strafverfahren, die Verletzungen des Völkerrechts behandelten, wurden durch den Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg38 und den Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten in Tokyo39 abgehalten. Deren Erkenntnisse dienen teilweise heute noch als Hilfsmittel zur Rechtsauffindung. Auch zwei weitere ad-hoc Tribunale, eingesetzt vom Sicherheitsrat der Vereinten ← 25 | 26 → Nationen nach den Kriegen in Jugoslawien40 und Ruanda41, haben sich intensiv mit Verletzungen des humanitären Völkerrechts beschäftigt und ihre Urteile und Entscheidungen sind erkenntnisreich. Zwar nicht im Rechtsquellenkatalog des Artikel 38 IGH-Statut angeführt, aber für das humanitäre Völkerrecht von großer Bedeutung sind auch Beschlüsse Internationaler Organisationen, insbesondere der Vereinten Nationen.

Bemühungen, die Mittel und Methoden der Kampfführung in Kriegen zu regeln, sind so alt wie der Krieg selbst. Beeinflusst waren diese Bemühungen durch religiöse Vorstellungen und philosophisches Gedankengut, durch militärische Grundsätze wie „Ökonomie der Kräfte“ und „militärische Disziplin und Ordnung“ oder schlicht durch die Vernunft. Kriegsvölkerrechtliche Regeln finden sich somit in vielen historischen Aufzeichnungen und Dokumenten, im größeren Umfang kodifiziert wurden diese humanitären...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.