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Persönlichkeitsrechtsverletzungen bei Sportveranstaltungen als Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung

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Christian Herles

Das Buch beschäftigt sich mit dem viel diskutierten Themenbereich des Fußballsicherheitsrechts. Während meistens der Schwerpunkt auf der Betrachtung von Gefahren für Leib und Leben liegt, widmet sich der Autor den psychischen Gewaltformen wie Beleidigungen und Diskriminierungen, die Gefahren für Persönlichkeitsrechte darstellen. Er stellt sich der Frage, ob und wie die Polizei im Rahmen ihrer Gefahrenabwehraufgabe gegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen bei Sportgroßveranstaltungen vorgehen muss. Der Autor subsumiert die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Fanausschreitungen unter den zentralen Begriff der Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung und untersucht die Handlungsmöglichkeiten der Polizei. Er geht dabei auch auf die geteilte Sicherheitsverantwortung zwischen Veranstalter und Polizei ein.
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Schlussbemerkung

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Sportveranstaltungen sind gelegentlich raue Pflaster, aber niemals rechtsfreie Räume. Für gewalttätige Fanausschreitungen ist dies eine Selbstverständlichkeit. Der Gewaltaspekt steht im Vordergrund der Sicherheitsproblematik im Fußballsport. Sicherheit wird auch zukünftig primär als Schutz von Leib, Leben und Eigentum verstanden werden. Demgegenüber ist aber auch der Aspekt der Persönlichkeitsrechtsverletzungen nicht zu vernachlässigen. Die Schutzbedürftigkeit immaterieller Rechte steht im Zuge eines digitalen Gesellschaftswandels zunehmend im Fokus öffentlicher Wahrnehmung. Nicht zuletzt Rassismus und Rechtsradikalismus rücken das Problem der Fanausschreitungen zunehmend in den gesellschaftspolitischen Fokus. Gemeinsame Aktivitäten der Hooligan- und Rechtsradikalenszene können hier beispielhaft angeführt werden.

Der vorliegenden Abhandlung liegt eine rein juristische – nicht gesellschaftspolitische – Sichtweise auf das Problem der Persönlichkeitsrechtsverletzungen bei Sportveranstaltungen zu Grunde. Gleichwohl kann es als ein Ziel der rechtlichen Handhabung gesehen werden, die Eigenverantwortung der Fans zu erhöhen. Die Fußballverbände verfügen etwa mit dem Sportstrafrecht über ein wirksames Instrument. So kann beispielsweise im Ausschluss der Zuschauer bei der Champions-League-Begegnung ZSKA Moskau gegen FC Bayern München am 30.9.2014 wegen eines zuvor gezeigten rassistischen Spruchbandes ein deutliches Signal an die Fans gesehen werden.1248

Bei der sportrechtlichen Organisation im Fußball darf die Verantwortung des Staates jedoch nicht in den Hintergrund treten. Grundrechtliche Schutzpflichten des Staates können im Zusammenhang mit Fanausschreitungen nur durch die Ausübung des staatlichen Gewaltmonopols gewährleistet werden. Dieses Gewaltmonopol darf weder durch die Selbstverwaltung des Sportwesens, noch durch eine Diskussion über...

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