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Bildungsstandards Geschichte

Bestandsanalyse, Standardkonzeption und Aufgabenentwicklung für das Fach Geschichte am Gymnasium unter besonderer Berücksichtigung der Orientierungskompetenz und des Werteverständnisses

Martin Sachse-Weinert

Dieses Buch entwickelt auf Basis internationaler Diskussionen im Bereich der schulischen Pädagogik Standards für den gymnasialen Geschichtsunterricht. Nach den PISA-Studien besteht weiterhin die Notwendigkeit einer fachlichen Weiterentwicklung und der Implementierung nachhaltiger Standards in Bildung und Kompetenzorientierung. Mit Hilfe aktueller pädagogischer Theorien und der Auswertung gegenwärtiger Trends der Schulforschung werden Konzepte, Kompetenzen und Standards für das Fach Geschichte evaluiert. Dabei wertet der Autor zahlreiche nationale und internationale Beispiele empirischer Bildungsforschung aus, um eine enge Kombination von Theorie und Praxis in der Entwicklung von Bildungsstandards zu ermöglichen.
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9. Theoretische Grundlegung von Testaufgaben am Gymnasium

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In Zeiten zunehmender Egalisierung von Bildungsherausforderungen, in denen das Leistungsprinzip häufig geschmäht wird und der Begriff der „Elite“ seine Hochwertfunktion verloren hat, ja, sich ins Gegenteil verkehrt und aufgrund falscher Ideologiehörigkeit als etwas der grundsätzlichen Gleichheit aller Schüler Entgegenstehendes betrachtet wird, ist es vonnöten, zunächst eine differenzierte Abgrenzung des Gymnasiums von anderen Schularten vorzunehmen, um den Leistungsanspruch entsprechender Prüfungen zu verdeutlichen.845 Dabei zeigt ein Blick in die Schulsysteme der Länder in der Bundesrepublik, dass die Vielfalt der Bezeichnungen und Ausbildungswege zwischenzeitlich einen Grad erreicht hat, der eine Vergleichbarkeit erschwert und die zunehmende Mobilität wenn nicht erschwert, so doch zumindest nicht erleichtert. Dass dabei teilweise Begriffe wie „Mittelschule“ sogar unterschiedliche Bedeutungen tragen und deshalb zusätzlich zu einer Verwirrung beitragen, verdeutlicht die Schwierigkeit eindeutiger Abgrenzungen, so dass eine Vergleichbarkeit über Ländergrenzen oftmals nur noch im Bereich des Gymnasiums gegeben ist.846 Auf diese Tatsache reagieren beispielsweise auch Ländervergleiche, die auf Differenzierungen bei Haupt- und Realschulen größtenteils verzichten und lediglich das Gymnasium noch als vergleichbare Bezugsgröße der Länder heranziehen.

Für die Entwicklung von Standards und Kompetenzen für die Jahrgangsstufe 10 erfolgt deshalb – vor dem Hintergrund der Erfahrungen in der oben geschilderten, schulartübergreifenden B-Länder-Arbeitsgruppe – eine Beschränkung ← 391 | 392 → auf den gymnasialen Bereich, zumal wir hier zugleich eine besondere Verpflichtung im Rahmen der Werteerziehung und -vermittlung erkennen können.847 Dabei hilft zunächst ein Blick auf zentrale Aspekte dieser Schulart, mithin...

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