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Odysseen des Humanen

Antike, Judentum und Christentum in der deutschsprachigen Literatur- Festschrift für Prof. Dr. Maria Kłańska zum 65. Geburtstag

Katarzyna Jastal, Pawel Zarychta and Anna Dabrowska

Literatur war und ist ein Ort menschlicher Identitäts- und Wertefindung, an dem die Kontingenzen individueller und historischer Erfahrung in universale Kontinuitäten eingeschrieben werden. Sie ist auch ein Ort, an dem antike, jüdische und christliche Traditionsbestände durch ihre Fortsetzung und Neusemantisierung wieder aufleben und nicht selten zu Grundmustern individueller Sinnstiftung werden. Von dieser Grundbeobachtung ausgehend, begeben sich die Autorinnen und Autoren dieses Bandes auf die Suche nach solchen Kontinuitäten und Neusemantisierungen der antiken, jüdischen und christlichen Narrative in der älteren bis jüngsten deutschsprachigen Literatur. Sie rekurrieren auf die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Maria Kłańska, der diese Publikation zum 65. Geburtstag gewidmet ist.
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Edith Stein als Protagonistin im Roman Michael Köhlmeiers Abendland

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Eine alltägliche Situation – ein Patensohn besucht seinen fünfundneunzigjährigen Patenonkel – stellt den Rahmen für die Darstellungen vieler individueller Lebensschicksale vor dem Hintergrund der Geschichte des Abendlandes im ideengeschichtlich, historisch und politisch komplizierten zwanzigsten Jahrhundert. Die Ausgangssituation und die primäre Handlung des Romans rufen Scheherazades Erzählen ins Gedächtnis der Leser zurück. Der Patenonkel – Carl Jacob Candoris –Mathematikprofessor, Dandy, Jazz-Fan und Schutzengel der Familie des Patensohnes, Sebastian Lukassers, bittet ihn, einen zu diesem Zeitpunkt bereits namhaften Schriftsteller, sein Leben niederzuschreiben. Das gibt Anlass zum Erzählen von Geschichten, denen manchmal auch die Betreuerin des Professors, Frau Mungenast zuhört.

Carl Jacob Candoris, mit dessen baldigem Ableben zu rechnen ist, erzählt sprunghaft, verdeckt zuerst manche schwerwiegenden Geheimnisse aus seinem Leben, die er aber dann Tage später – fast kann man sagen, Tage, die er nicht unbedingt hätte überleben müssen – lüftet.

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