Show Less
Restricted access

Von Lenau zu «Laibach»

Beiträge zu einer Kulturgeschichte Mitteleuropas

Series:

Stefan Simonek

Die Beiträge dieses Bandes behandeln unter primär komparatistischer Perspektive Muster kultureller Rezeption und Interaktion in Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt auf der Moderne; der Fokus liegt dabei auf der tschechischen, ukrainischen und slowenischen Literatur und deren Kontextualisierung im Rahmen der Donaumonarchie. Mitteleuropa wird als Region ausgewiesen, die um das Jahr 1900 von verschiedenen kulturellen und sprachlichen Codes und von deren spezifischer Engführung geprägt war. Weiter zeigt der Band, dass sich die Verknüpfung dieser Codes in modifizierter Form auch bis in die mittelbare Gegenwart beobachten lässt.
Show Summary Details
Restricted access

4.2 Briefe österreichischer und deutschböhmischer Autoren an Josef Svatopluk Machar

Extract

← 240 | 241 →

4.2  Briefe österreichischer und deutschböhmischer Autoren an Josef Svatopluk Machar

Auch die auf den folgenden Seiten präsentierten, im Verlauf der ersten beiden Dezennien des 20. Jahrhunderts an Josef Svatopluk Machar gerichteten Schriftstücke österreichischer und deutschböhmischer Autoren stammen sämtlich aus den umfassenden Archivbeständen des Prager „Památník Národního Písemnictví“ [Museum des Nationalen Schrifttums] und dürfen wohl über ihr reines Vorhandensein hinaus in mehrfacher Hinsicht Interesse für sich beanspruchen: Einmal sind sie vor dem Hintergrund der zutiefst ambivalenten Position zu sehen, die Machar innerhalb des kulturellen und kommunikativen Kontextes im Wien des Fin des Siècle sowohl in Bezug auf die tschechische als auch auf die österreichische Seite eingenommen hat. Für sein tschechisches Publikum in Böhmen präsentierte sich Machar in seinen Gedichten und Feuilletons nämlich sowohl in nationaler wie auch in künstlerischer Hinsicht gerne als radikaler und unversöhnlicher Gegner der spezifischen Wiener Lebensart und Kultur, an der Machar selbst aber dessen ungeachtet als aktiver Mitspieler auf dem kulturellen Feld der Wiener Jahrhundertwende seinen insgesamt nicht unbeträchtlichen Anteil hatte. Diese zuvor erwähnte Ablehnung durchzieht im Zeichen der Selbststilisierung des tschechischen Autors zum unversöhnlichen Gegner und Opfer allen Österreichischen als durchgehend präsentes Grundmotiv all jene Werke, die in der Zeit von Machars rund dreißig Jahre umfassendem Aufenthalt in Wien entstanden sind.1 Dabei erweist sich die bisweilen ironisch grundierte, bisweilen als offene Anklage ausformulierte Zurückweisung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.