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Die Gründung von Kapitalgesellschaften in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA

Eine rechtsvergleichende und rechtspolitische Studie

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Nikolaus Bunting

Das Werk vergleicht das deutsche und das angelsächsische Gründungsrecht. In Deutschland ist die Gründung von Kapitalgesellschaften vergleichsweise langwierig und teuer. Die angelsächsischen Rechtsordnungen erlauben hingegen schnelle und kostengünstige Gründungen. Während das deutsche Recht die Interessen von Gläubigern, Mitgründern und Anlegern bereits im Zeitpunkt der Gründung berücksichtigt, sorgt das angelsächsische Recht überwiegend erst nach dem Entstehen der Gesellschaft für einen entsprechenden Schutz. Der Autor beleuchtet die Vor- und Nachteile beider Systeme und kommt zu dem Schluss, dass das deutsche Gründungsrecht nicht reformbedürftig ist und rechtspolitische Gründe für dessen Erhalt sprechen.
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4. Kapitel: Entsprechende Mechanismen im Vereinigten Königreich und den USA

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Das 4. Kapitel untersucht, inwieweit das angelsächsische Recht dem deutschen Recht entsprechende Mechanismen zum Schutz der Gläubiger und der Mitgesellschafter enthält – und zwar an anderer Stelle als dem Gründungsrecht.

Zunächst sorgt das englische Company Law durch eine vergleichsweise weitreichende Haftung der Geschäftsleiter für ergänzenden Gläubigerschutz. Kurz dargestellt werden nachfolgend die besonderen Verhaltensanforderungen der Geschäftsleiter in der Krise der Gesellschaft (wrongful trading und fraudulent trading), sowie die Regeln der Disqualifizierung von Geschäftsleitern (disqualification).

Nach dem englischen Insolvenzrecht (Insolvency Act 1986) haften die Geschäftsführer für gläubigerschädigendes Verhalten in der Krise der Gesellschaft. Dabei sind zwei Fälle zu unterscheiden.

Erkennt der Geschäftsleiter oder hätte er erkennen müssen, dass eine Insolvenz bevorsteht, und leitet er dennoch nicht alle notwendigen Schritte ein, um Schäden der Gläubiger zu minimieren, so haftet er der Gesellschaft auf Schadensersatz (wrongful trading, section 214 (1) Insolvency Act 1986).533 ← 183 | 184 → Den Geschäftsleiter trifft die Beweislast dafür, alles Erforderliche getan zu haben.534

Handelt der Geschäftsleiter im Vorfeld der Auflösung oder während der Auflösung der Gesellschaft vorsätzlich betrügerisch zum Nachteil der Gläubiger, haftet er der Gesellschaft auf Schadensersatz (section 213 (2) Insolvency Act 1986).535 Außerdem wird das fraudulent trading mit Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe sanktioniert (section 458 Companies Act 1985). Aufgrund des Vorsatzerfordernisses hat das fraudulent trading eine geringe praktische...

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