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Die Gründung von Kapitalgesellschaften in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA

Eine rechtsvergleichende und rechtspolitische Studie

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Nikolaus Bunting

Das Werk vergleicht das deutsche und das angelsächsische Gründungsrecht. In Deutschland ist die Gründung von Kapitalgesellschaften vergleichsweise langwierig und teuer. Die angelsächsischen Rechtsordnungen erlauben hingegen schnelle und kostengünstige Gründungen. Während das deutsche Recht die Interessen von Gläubigern, Mitgründern und Anlegern bereits im Zeitpunkt der Gründung berücksichtigt, sorgt das angelsächsische Recht überwiegend erst nach dem Entstehen der Gesellschaft für einen entsprechenden Schutz. Der Autor beleuchtet die Vor- und Nachteile beider Systeme und kommt zu dem Schluss, dass das deutsche Gründungsrecht nicht reformbedürftig ist und rechtspolitische Gründe für dessen Erhalt sprechen.
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6. Kapitel: Systemwechsel aufgrund des Wettbewerbs der Rechtsordnungen?

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Der vorherige Abschnitt hat gezeigt, dass letztlich weder das ex-ante System noch das ex-post System vorzugswürdig sind. Im Ergebnis stehen sich also zwei gleichwertige Systeme gegenüber, sodass sich eine Deregulierung des deutschen Rechts nicht darauf stützen lässt, es sei dem angelsächsischen Recht unterlegen und müsse aus Gesichtspunkten der Effizienz reformiert werden.

Eine Deregulierung des deutschen Gründungsrechts nach dem Vorbild des angelsächsischen Rechts könnte allerdings aus einem anderen Grund erforderlich sein, nämlich dem Wettbewerb der Rechtsordnungen, genauer: dem Wettbewerb der europäischen Kapitalgesellschaftsformen.

Dass letztlich ein Systemwechsel allerdings auch nicht aufgrund eines solchen Wettbewerbs angezeigt ist, zeigt das folgende, 6. Kapitel.

Seit den Urteilen des EuGH zur Niederlassungsfreiheit zwischen den Jahren 1997 und 2003 (Centros678, Überseering679, Inspire Art680) konkurrieren die verschiedenen nationalen Gesellschaftsformen innerhalb Europas miteinander. Die englischen Gesellschaftsformen und unter diesen insbesondere die Ltd. sind aus diesem Wettbewerb bisher als Sieger hervorgegangen. Deren vergleichsweise einfache, kostengünstige und schnelle Möglichkeit der Gründung sowie deren fehlendes Mindestkapital haben dazu geführt, dass zahlreiche Unternehmer in Europa – trotz ausschließlicher Geschäftstätigkeit außerhalb des Vereinigten Königreichs – für ihr Unternehmen anstelle der inländischen Rechtsform diejenige der Ltd. wählten.681 Dies galt insbesondere auch für deutsche Unternehmer.682 Verschiedene Studien ermittelten mit unterschiedlichen Methoden folgende Zahlen deutscher limiteds: Zwischen den Jahren 1997 und 2006 ← 217 | 218 → wurden 41.499 deutsche Ltds. gegründet683 und zwischen den Jahren 2004 und 2011 gab es...

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