Show Less
Restricted access

Haftungsprivilegierung der Geschäftsleitung durch fachkundige Beratung

Entwicklung eines gesellschaftsrechtlichen Vertrauensgrundsatzes unter Berücksichtigung anglo-amerikanischen Rechts

Series:

Björn Müller

Das Buch beschäftigt sich mit der Haftungsprivilegierung der Geschäftsleitung durch fachkundige Beratung. Geschäftsleiter von Kapitalgesellschaften sind auf praxisnahe Enthaftungsmethoden angewiesen. Hierzu greifen sie regelmäßig auf fachkundige Berater zurück. Ziel der Untersuchung ist es, einen allgemeinverbindlichen Vertrauensgrundsatz im Kapitalgesellschaftsrecht zu entwickeln. Die dargelegten Anforderungen sollen dem ratsuchenden Geschäftsleiter eine Handlungsmaxime an die Hand geben, bei deren Befolgung er nicht vor risikobehafteten Geschäften zurückschrecken muss. Anglo-amerikanische Rechtsprechung und Literatur wird hierzu in die Untersuchung als Auslegungshilfe mit einbezogen.
Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 1: Haftungsprivilegierung des Schuldners durch die Beauftragung eines Beraters innerhalb vertraglicher Schuldverhältnisse?

Extract

← 30 | 31 →

Kapitel 1:  Haftungsprivilegierung des Schuldners durch die Beauftragung eines Beraters innerhalb vertraglicher Schuldverhältnisse?

Die Beurteilung einer Haftungsprivilegierung der Geschäftsleitung durch einen ordnungsgemäß eingeholten Rat wirft neben den darzustellenden inhaltlichen Anforderungen verschiedene dogmatische Fragen auf. Daher ist zunächst ein Blick auf das Haftungsrecht außerhalb des Kapitalgesellschaftsrechts angebracht. Demzufolge wird zunächst die grundsätzliche Problematik des Vertrauens auf einen fachkundigen Berater im Rahmen vertraglicher Schuldverhältnisse erörtert. Ist eine Haftungsprivilegierung des Schuldners dadurch zu erreichen, dass er seine Verantwortung zur Informationsbeschaffung (zumindest teilweise) auf einen Berater überträgt? In den folgenden Ausführungen sollen erste Ansatzpunkte einer Enthaftung, die auch für die Geschäftsleiterhaftung von entscheidender Bedeutung sind, aufgezeigt werden. Inwiefern diese Grundsätze übertragen werden können oder abweichende Regeln angebracht sind, wird in den darauffolgenden Kapiteln erörtert.

A)  Allgemeines

Im Rahmen vertraglicher Schuldverhältnisse verpflichtet sich der Schuldner regelmäßig, eine bestimmte Leistung zu erbringen. Ihm obliegt es, den erforderlichen Sachverhalt sorgfältig zu ermitteln, die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten und daraufhin seine vertraglichen Pflichten ordnungsgemäß zu erfüllen.16 Eine Haftung des Schuldners für Pflichtverletzungen kommt insbesondere nach den §§ 280 ff. BGB in Betracht. Eine solche Haftung besteht dann, wenn zwischen Schuldner und Gläubiger ein Schuldverhältnis besteht, der Schuldner eine Pflichtverletzung begangen hat, dem Gläubiger hieraus ein Schaden entstanden ist und der Schuldner die Pflichtverletzung zu vertreten hat. Im Gegensatz zum allgemeinen Grundsatz, wonach den Gläubiger die Beweislast...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.