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«Man hat Arbeitskräfte gerufen, ... es kamen Schriftsteller»

Migranten und ihre Literaturen

Edited By Anna Warakomska and Mehmet Öztürk

Der Sammelband ist ein internationales Projekt, das die Probleme der in Deutschland lebenden und schreibenden Migranten sowie ihrer Nachfahren aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und über das Migrantendasein reflektiert. Philologen, Politologen, Historiker, Juristen, Soziologen und Pädagogen aus Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Spanien, Frankreich, Finnland, Polen, Deutschland und der Türkei präsentieren vor allem sprachliche und kulturelle Interaktionen zwischen Einheimischen und Zugezogenen in der Literatur und in der außerliterarischen Welt. Im Fokus stehen gesellschaftspolitische, juristische und kulturelle Fragen, die sich auf Phänomene wie Identität, Heterogenität und Hybridisierung beziehen.
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Marie-Noëlle Faure (Paris) - Von der Chamissoliteratur zur Ankunftsliteratur – interkulturelle Literatur und Neubestimmung des Deutschseins

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Marie-Noëlle Faure (Paris)

Von der Chamissoliteratur zur Ankunftsliteratur – interkulturelle Literatur und Neubestimmung des Deutschseins

Zusammenfassung: Die hier skizzierte Entwicklung der interkulturellen Literatur im deutschsprachigen Raum verläuft in drei wichtigen Etappen, nämlich Dekonstruktion, Rekonstruktion und Neuidentifikation. Die sprachliche und persönliche Dekonstruktion, die Einwanderer aufgrund des Zusammenpralls zwischen Herkunfts- und Aufnahmekultur erleben, steht im Mittelpunkt der Gastarbeiterliteratur der 70er und 80er Jahre. Die Rekonstruktion ab den 90er Jahren erfolgt auf zweierlei Weise: entweder durch die sprachliche Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft durch die Benutzung einer identitätsstiftenden eigenen Sprache, oder durch die Bemühung um einen Ausgleich zwischen beiden Kulturräumen durch Einbeziehung fremdländischer Kulturelemente. Ab den Nullerjahren hat sich die Selbstwahrnehmung der Migrantenautoren verändert. Sie verlagern den Akzent auf Transkulturalität und Hybridität und erheben Anspruch auf Literarizität. Mit dieser Neuidentifkation wird auch das „Deutschsein“ neu beleuchtet.

Schlüsselwörter: Willensliteratur, Ankunftsliteratur, Transkulturalität, Hybridität, Deutschwerden.

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