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Rekonstruktionen interkultureller Kompetenz

Ein Beitrag zur Theoriebildung

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Nadine Stahlberg

Interkulturelle Kompetenz ist anerkanntermaßen ein komplexes Konstrukt. Dies führt zu Schwierigkeiten in der Theoriebildung. Es existieren zwar einige Modelle, die versuchen, das Konstrukt abzubilden; diese basieren aber zumeist allein auf theoretischen Überlegungen. Versuche der empirischen Untermauerung finden sich nur unzureichend. Empirische Verfahren zur Erfassung interkultureller Kompetenz wiederum sind zum Teil problematisch, da sie – oftmals quantitativ ausgerichtet – wesentliche Gütekriterien nicht erfüllen. Die Untersuchung reagiert auf beide Desiderata: In Abgrenzung zu den gängigen quantitativen Verfahren rekonstruiert sie die interkulturelle Kompetenz von internationalen Studierenden auf der Grundlage von qualitativen Interviews. Die Studie erprobt hiermit einen neuen Ansatz für die Beschreibung interkultureller Kompetenz. Grundlage der Rekonstruktionen ist ein eigenes Modell, das, wie die Autorin anhand vieler Beispiele belegt, in all seinen Komponenten empirisch abgesichert ist.
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1. Einleitung

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1.1 Hintergrund und Problemstellung

Die Internationalisierung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen wird immer wichtiger. Der Blick über kulturelle und nationale Grenzen hinaus begünstigt die Entwicklung von Forschung und universitärer Bildung, denn er ermöglicht internationale Forschungsprojekte, sprach- und kulturübergreifende Bildungsangebote, Kooperationen und Austausch. Der internationale Austausch führt an vielen deutschen Universitäten zu einer zunehmend internationalen Studierendenschaft. Weltweite Kooperationsvereinbarungen und -programme zwischen den Universitäten sowie zahlreiche Förderprogramme, Stipendien und Austauschprogramme, z. B. des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, unterstützen den globalen wissenschaftlichen Austausch und die Studierendenmobilität. Auch als dauerhafter Studienstandort, um ein vollständiges Studium, einen Masterabschluss oder ein Aufbaustudium (z. B. den Legum Magister LLM) zu absolvieren, gewinnt Deutschland zunehmend an Attraktivität. Im Jahr 2011, dem Jahr der Datenerhebung für die vorliegende Untersuchung, waren insgesamt 11,4 % Studierende anderer Nationalitäten an deutschen Hochschulen eingeschrieben, davon 8,3 % Bildungsausländer sowie 3,1 % Bildungsinländer.1 Insbesondere die Zahl der ausländischen Studienanfänger (Bildungsausländer) erreichte mit über 66.400 und einer Steigerung um 9 % zum Vorjahr einen neuen Höchststand (vgl. Deutscher Akademischer Austauschdienst 2012). Im Wintersemester 2013/2014 stieg die Zahl ausländischer Studierender in Deutschland erstmals auf über 300.000 an, die Zahl ausländischer Studienanfänger erstmals auf über 100.000 (vgl. Statistisches Bundesamt 2014). Da die Zahlen stetig zunehmen, sieht die derzeitige Präsidentin vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), Prof. Margret Wintermantel, die Umsetzung der vom DAAD formulierten Strategie 2020, nämlich das...

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