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Rekonstruktionen interkultureller Kompetenz

Ein Beitrag zur Theoriebildung

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Nadine Stahlberg

Interkulturelle Kompetenz ist anerkanntermaßen ein komplexes Konstrukt. Dies führt zu Schwierigkeiten in der Theoriebildung. Es existieren zwar einige Modelle, die versuchen, das Konstrukt abzubilden; diese basieren aber zumeist allein auf theoretischen Überlegungen. Versuche der empirischen Untermauerung finden sich nur unzureichend. Empirische Verfahren zur Erfassung interkultureller Kompetenz wiederum sind zum Teil problematisch, da sie – oftmals quantitativ ausgerichtet – wesentliche Gütekriterien nicht erfüllen. Die Untersuchung reagiert auf beide Desiderata: In Abgrenzung zu den gängigen quantitativen Verfahren rekonstruiert sie die interkulturelle Kompetenz von internationalen Studierenden auf der Grundlage von qualitativen Interviews. Die Studie erprobt hiermit einen neuen Ansatz für die Beschreibung interkultureller Kompetenz. Grundlage der Rekonstruktionen ist ein eigenes Modell, das, wie die Autorin anhand vieler Beispiele belegt, in all seinen Komponenten empirisch abgesichert ist.
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6. Methodik der Datenerhebung und -auswertung

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Im Gegensatz zum quantitativ geprägten und auf Bewertungen zielenden Forschungsfeld zur interkulturellen Kompetenz wird in dieser Arbeit eine qualitative Herangehensweise vertreten. Qualitative Methoden der Kompetenzforschung sind eher an der Beschaffenheit und Güte von Kompetenz sowie an Sinn- und Bedeutungszusammenhängen interessiert. Da sich das Interesse der vorliegenden Untersuchung auf die Analyse der interkulturellen Kompetenz in ihrer Beschaffenheit sowie die Rekonstruktion von Äußerungen und Handlungsabläufen und das Erkennen von Zusammenhängen richtet, ist ein Verfahren der qualitativen Forschung zielführend.

6.1 Das qualitative Interview als offene und ganzheitliche Forschungsmethode

Für die Bearbeitung des vorliegenden Forschungsanliegens wurde die Methode des qualitativen Interviews ausgewählt. Das qualitative Interview knüpft einerseits direkt an einer – ggf. mehr oder weniger stark modifizierten – alltäglichen Kommunikation an, was sich zu Nutze gemacht werden soll. Andererseits vermögen offene, qualitative Verfahren eher subjektive Konstrukte von Personen zu erfassen als andere Verfahren wie beispielsweise klassische Fragebögen, die gewöhnlich lediglich „die Zustimmung zu von außen vorgegebenen Konstrukten überprüfen“ (König 2002: 57). Gerade da qualitative Forschung der Erfassung subjektiver Perspektiven dient, eignet sie sich, um einen Modellansatz auszudifferenzieren sowie die Geartetheit der interkulturellen Kompetenz von Individuen zu rekonstruieren. Zentrale Aspekte für die Herausarbeitung sowohl von Kategorien als auch von individuellen interkulturellen Kompetenzen sind Situationsdeutungen und Handlungsmotive der untersuchten Personen sowie ihre Selbstinterpretationen.

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