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Rekonstruktionen interkultureller Kompetenz

Ein Beitrag zur Theoriebildung

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Nadine Stahlberg

Interkulturelle Kompetenz ist anerkanntermaßen ein komplexes Konstrukt. Dies führt zu Schwierigkeiten in der Theoriebildung. Es existieren zwar einige Modelle, die versuchen, das Konstrukt abzubilden; diese basieren aber zumeist allein auf theoretischen Überlegungen. Versuche der empirischen Untermauerung finden sich nur unzureichend. Empirische Verfahren zur Erfassung interkultureller Kompetenz wiederum sind zum Teil problematisch, da sie – oftmals quantitativ ausgerichtet – wesentliche Gütekriterien nicht erfüllen. Die Untersuchung reagiert auf beide Desiderata: In Abgrenzung zu den gängigen quantitativen Verfahren rekonstruiert sie die interkulturelle Kompetenz von internationalen Studierenden auf der Grundlage von qualitativen Interviews. Die Studie erprobt hiermit einen neuen Ansatz für die Beschreibung interkultureller Kompetenz. Grundlage der Rekonstruktionen ist ein eigenes Modell, das, wie die Autorin anhand vieler Beispiele belegt, in all seinen Komponenten empirisch abgesichert ist.
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9. Schluss

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Der Schlussteil der Arbeit setzt sich aus drei Teilen zusammen. Zunächst werde ich vor dem Hintergrund der eingangs genannten Forschungsfragen die Ergebnisse der Untersuchung zusammenfassen. Danach werden die Ergebnisse sowie die empirische Vorgehensweise kritisch reflektiert. Abschließend erfolgt ein Ausblick, der zukünftige Forschungsdesiderate und neu aufgeworfene Fragen vorstellt sowie aufzeigt, welche didaktischen bzw. konzeptionellen Konsequenzen für mögliche Fördermaßnahmen der interkulturellen Kompetenz internationaler Studierender (interkulturelle Trainings) aus den Ergebnissen abgeleitet werden können.

9.1 Zusammenfassung der Ergebnisse

9.1.1 Ergebnisse zur ersten Zielsetzung

Die Ausführungen zum bisherigen Forschungsdiskurs zur interkulturellen Kompetenz im theoretischen Teil der Arbeit (Kap. 3 und 4) haben gezeigt, dass Modellansätze vielfach problematisch sind, da sie erstens die Kontextgebundenheit der interkulturellen Kompetenz nicht ausreichend einbeziehen, zweitens die Wechselverhältnisse der Dimensionen und darin eingeschlossen die Wechselverhältnisse der Kategorien unscharf bleiben und drittens eine empirische Bestätigung der Dimensionen und Kategorien fehlt. Hieraus wurde das Forschungsdesiderat abgeleitet, ein kontextspezifisches, Empirie geleitetes Konzept zu entwickeln und erste Zusammenhänge zwischen den Dimensionen und Kategorien herauszuarbeiten. Dies wurde als erste Zielsetzung der vorliegenden Untersuchung formuliert.

Als theoretische Grundlage wurde ein Konzept entwickelt, das sich aus den fünf dimensionalen Ordnungskriterien Einstellung, Perzeption, Kognition, Verhalten und Reflexion zusammensetzt, welche wiederum – ähnlich den gängigen Strukturmodellen – untergeordnete Kategorien beinhalten. Die verbreitete Dreiteilung wurde folglich um eine perzeptive Dimension sowie um eine zentrale reflexive Dimension erweitert. Anhand der Diskussion prägender Konzepte zur interkulturellen Kompetenz wurde...

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