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Text und Performanz

Eine Didaktik des Gebets im islamischen Religionsunterricht zwischen Normativität und Spiritualität

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Jörg Ballnus

Das Buch bietet den Entwurf einer Didaktik des Gebets im islamischen Religionsunterricht. Der Autor geht der Frage nach, wie ein derart zentraler Begriff wie der des Gebets an Schärfe und Kontur gewinnen kann, wenn er Gegenstand des islamischen Religionsunterrichts wird. Wo verlaufen die Grenzen in einem Unterrichtsfach, welches zwar eine res mixtae zwischen Staat und Religionsgemeinschaft ist, bezüglich des religiösen Klimas im Klassenzimmer vor dem Hintergrund des Überwältigungsverbots jedoch besondere Bedingungen an die Unterrichtenden stellt? Muslimische Schülerinnen und Schüler kommen mit heterogenen lebensweltlichen Bezügen in die Schule. All die normative Vielfalt will dann mithilfe geeigneter didaktischer Mittel in die unterrichtliche Ebene übersetzt sein. Letztlich kann ein sich all dieser Fragen bewusster islamischer Religionsunterricht seinen Anteil dazu leisten, das Gebet zwischen normativen und spirituellen Ansprüchen erfahr- und vor allem auch reflektierbar zu machen.
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7. Ausblick

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Vorliegende Arbeit befasst sich mit der Darstellung des muslimischen Pflichtgebets aus verschiedenen Perspektiven unter Berücksichtigung seiner Verwendung im islamischen Religionsunterricht. Textliche Bezüge zu den beiden Hauptquellen Koran und Sunna sind dargestellt worden. Ein Schwerpunkt lag hierbei in der Betrachtung der Genese des ṣalāt, so wie sie sich in den Quellen betrachten lässt. In einem weiteren Schritt sind die normativen Rahmenbedingungen des fiqh dargestellt worden, die es begleiten. Dabei ist deutlich geworden, dass diese Normativität ein elementarer Bestandteil der Darstellung und Verortung des Gegenstands selbst ist. Die Rechtsschulpluralität, die sich an der insgesamt wahrzunehmenden Differenz in Detailfragen deutlich wahrnehmen lässt, muss nicht Starre für die Gläubigen bedeuten. Im Gegenteil braucht das Gebet eine Rückbindung an diejenigen Traditionen, die sich um eine Sicherung und Übertragung der textlichen Evidenzen bemühen, die das ṣalāt als Gesamtkomplex beschreiben. Wir haben zwar festgestellt, dass die salafīya angetreten ist, eine „Vereinheitlichung“ der Rechtsschullandschaft zu betreiben, konnten jedoch konstatieren, dass sie letztlich auch „nur“ eine weitere neue Rechtsschulperspektive hinzufügt.

Realität ist, dass Muslime weltweit mit dieser Pluralität der verschiedenen Rechtsschulmeinungen auskommen. Selbst im zwölferschiitischen fiqh gibt es aufgrund der engen Bindung an eine Lehrautorität eine spürbar wahrnehmbare Differenz, die den glaubenspraktischen Alltag durchaus bestimmt. Die Frage besteht nun darin, wie der islamische Religionsunterricht mit dieser Differenz umgehen kann. Er kann es letztlich sehr gut, da er durch die notwendige Elementarisierung grundsätzlich darauf angewiesen ist,...

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